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Nigel Farage tritt als Abgeordneter zurück, um Neuwahlen zu erzwingen und Ermittlungen zu entgehen

07/07/2026 22:01 - Internacionales

Nigel Farage tritt als Abgeordneter zurück, um Neuwahlen zu erzwingen und Ermittlungen zu entgehen

Veröffentlicht am 7. Juli 2026 | Quelle: El Mundo

Ein politischer Schachzug mitten im Skandal

Wie die spanische Zeitung El Mundo berichtet, könnte der führende Kopf der britischen populistischen Rechten und geistige Vater des Brexit, Nigel Farage, seinen Rücktritt aus dem Parlament angekündigt haben – inmitten einer Lawine von Finanzskandalen. Seine Absicht sei jedoch nicht der Rückzug aus der Politik, sondern eine erneute Kandidatur bei den vorgezogenen Nachwahlen (sogenannten 'by-elections'), die sein Abgang auslösen würde. Er strebt ein neues Volksmandat an, um die Anschuldigungen gegen ihn zu widerlegen.

Farage würde sein Mandat für Clacton niederlegen, eine 53.000 Einwohner zählende Stadt in der Grafschaft Essex, wo er die Wahlen im Jahr 2024 mit 46,2% der Stimmen gewonnen hätte. Diese Strategie zielt darauf ab, eine Trennlinie zwischen den Eliten und dem Volk zu ziehen, was eine klare Parallele zur Rhetorik seines persönlichen Verbündeten Donald Trump darstellt.

Der Skandal um 5 Millionen Pfund

Die Hauptkontroverse dreht sich um eine Spende von 5 Millionen Pfund (5,9 Millionen Euro), die Anfang 2024 von dem in Thailand lebenden Krypto-Millionär Christopher Harborne getätigt worden sein soll. Medienberichten zufolge hätte Farage das Parlament über diese Einnahme nicht informiert. Er argumentierte, es sei ein persönliches, bedingungsloses Geschenk zur Finanzierung seiner persönlichen Sicherheit angesichts ständiger Morddrohungen gewesen.

Die Konservative Partei soll den Fall an den Parlamentarischen Ausschuss für Standards weitergeleitet haben, und auch die Wahlkommission des Vereinigten Königreichs (Electoral Commission) würde die Angelegenheit untersuchen. Nur wenige Wochen nach Erhalt der Spende wäre Farage mit einem Programm in die Politik zurückgekehrt, das unter anderem die Interessen des Krypto-Sektors verfocht.

Der Fall George Cottrell

Der zweite Skandal würde George Cottrell betreffen, einen ehemaligen Mitarbeiter von Farage und Krypto-Unternehmer, der in den USA nach einem Schuldbekenntnis wegen Betrugs inhaftiert wurde. Laut der Zeitung Financial Times hätte Farage von Cottrell verschiedene Hilfen in den Bereichen Sicherheit, Reisen, Hotels und Koordination von Social-Media-Kampagnen erhalten. Diese Ressourcen sollen sowohl für seinen persönlichen Nutzen als auch für seine politischen Unternehmen verwendet worden sein.

Reaktionen der britischen Politik

Seine politischen Rivalen hätten den Rücktritt als bloßen Medienzirkus bezeichnet. Ein Sprecher des Labour-Politikers Andy Burnham erklärte, Farage wolle lediglich von den schweren Anschuldigungen ablenken. Zach Polanski, Führer der Green Party, bezeichnete ihn als von Krypto-Millionären finanzierten Betrüger.

Kemi Badenoch, die Führerin der Konservativen, hätte Farages Verhalten als Wutanfall definiert, während Rupert Loewe von der Restore Britain-Partei (die um die ultranationalistischen Wählerstimmen konkurriert und die Unterstützung von Elon Musk genießt), ihm vorwarf, mit den britischen Institutionen zu spielen.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga