09/07/2026 16:17 - Internacionales
Am 9. Juli 2026 bereitet sich das iranische Regime darauf vor, den Ayatollah Ali Khamenei beizusetzen, der laut Berichten am 28. Februar 2026 im Alter von 86 Jahren bei israelischen und amerikanischen Luftangriffen ums Leben kam. Die Zeremonie, die um 14:00 Uhr im Schrein des Imam Reza in seiner Heimatstadt Maschhad stattfinden soll, wurde wegen Verzögerungen bei vorherigen Zeremonien im Irak verschoben. Der Schrein des Imam Reza ist der heiligste Ort im Iran und ein wichtiges Pilgerzentrum der schiitischen Muslime.
Laut Aussagen des Gouverneurs von Maschhad, Hassan Hosseini, wird mit einer Teilnahme von 15 Millionen Menschen an der Beerdigung gerechnet. Der Weg des Sargs führte durch Teheran, Qom sowie die irakischen Städte Nadschaf und Karbala, die ebenfalls zentrale Stätten des schiitischen Islam sind. Die Aufmerksamkeit der Welt richtet sich auf Mojtaba Khamenei, den Sohn und Nachfolger des Verstorbenen, der bei dem Angriff verletzt worden sein soll und bislang nicht öffentlich in Erscheinung trat.
Einer Analyse von DW Español zufolge markiert der Tod von Khamenei eine tiefe institutionelle Transformation. Bei den Trauerfeiern fehlten die drei Ex-Präsidenten (Rohani, Ahmadinedschad und Chatami), stattdessen traten Figuren des Sicherheitsapparats und der Revolutionsgarde (IRGC) in den Vordergrund. Die IRGC ist ein mächtiger Zweig der iranischen Streitkräfte, der für die Aufrechterhaltung der ideologischen Loyalität des Systems zuständig ist.
Der amtierende Präsident Massud Peseschkian und der Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf spielten Schlüsselrollen bei den Verhandlungen mit den USA, die im Juni zu einem Waffenstillstand führten. Experten weisen darauf hin, dass der neue Oberste Führer, Mojtaba, ein System erbt, in dem die militärischen Institutionen mehr Gewicht haben als die religiösen.
Das Begräbnis findet in einem Kontext extremster Spannungen statt. Nach dem Ende des von Donald Trump auf dem NATO-Gipfel in Ankara angekündigten Waffenstillstands bombardierte die USA 90 militärische Ziele im Iran als Vergeltung für Angriffe auf die Schifffahrt in der strategisch wichtigen Straße von Hormus, einem kritischen Engpass für den globalen Ölhandel.
Als Reaktion darauf startete Teheran Angriffe auf US-Militärbasen in Kuwait, Bahrain und Katar. Das US-Zentralkommando (CENTCOM) informierte darüber, dass 20 Kriegsschiffe der US-Marine in den Gewässern des Nahen Ostens patrouillieren, um die regionale Stabilität und die Freiheit der Schifffahrt zu gewährleisten.
Alfredo S. Quiroga