09/07/2026 15:55 - Economia
Argentinien feierte am 9. Juli den Jahrestag seiner Unabhängigkeitserklärung, einem der wichtigsten nationalen Feiertage des Landes. Parallel zu den Feierlichkeiten erhielt die argentinische Wirtschaft äußerst ermutigende Nachrichten. Der Internationale Währungsfonds (IWF) lobte das vom Finanzminister Luis Caputo vorgestellte Finanzprogramm und unterstützte die Reform der Charta der argentinischen Zentralbank (BCRA, Banco Central de la República Argentina). Diese Reform zielt darauf ab, die Finanzierung des Staatsschatzes durch Geldemission unter Strafe zu stellen.
Diese Unterstützung kommt in einem Kontext bemerkenswerter Stabilität. Der Finanzplan 2026/2027 sieht für dieses Jahr einen Überschuss von 3,7 Milliarden USD vor, bei einem geschätzten Finanzierungsbedarf von 19,2 Milliarden USD und Finanzierungsquellen von 22,9 Milliarden USD. Für 2027 plant das Land mit einem Bedarf von 24,9 Milliarden USD.
Am 9. Juli 2026 beglich die Nationalregierung fällige Global-Anleihen im Wert von 2,5 Milliarden USD. Die Transaktion wurde erfolgreich durch einen Kredit von 3,2 Milliarden USD gedeckt, der von drei internationalen Banken (BBVA, Santander und Deutsche Bank) mit Garantien der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB) und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD) gewährt wurde.
Dank dieser Strategie war die Auswirkung auf die Währungsreserven minimal. Nach der Zahlung beliefen sich die Reserven der BCRA auf 48.722 Millionen USD, nachdem sie am 7. Juli ein Maximum von 49.536 Millionen USD erreicht hatten. Zudem kauft die BCRA seit 124 aufeinanderfolgenden Handelstagen Devisen, was im Jahr 2026 bislang 11.465 Millionen USD ausmacht.
Die Reform der BCRA-Charta, vorangetrieben von Präsident Javier Milei (dem aktuellen Präsidenten Argentiniens) zusammen mit Federico Sturzenegger und Santiago Bausili, zielt darauf ab, die Unabhängigkeit der Zentralbank zu konsolidieren. Der IWF, der kürzlich seine globalen Prognosen wegen des Konflikts im Nahen Osten nach unten korrigierte, beschloss, seine Wachstumsprognose für Argentinien beizubehalten. Dies stärkt das Vertrauen in die wirtschaftliche Stabilität des südamerikanischen Landes erheblich.
Alfredo S. Quiroga