12/07/2026 16:39 - Economia
Die argentinische Wirtschaft zeigt weiterhin positive Erholungszeichen. Das sogenannte Länderrisiko (ein Indikator, der das Risiko misst, dass ein Land seine Schulden nicht zurückzahlt) liegt mittlerweile bei rund 400 Basispunkten und damit auf dem niedrigsten Stand seit April 2018. Im Jahr 2026 verzeichnete dieser Indikator einen Rückgang von 29,4 %, was das wachsende Vertrauen der internationalen Märkte in das südamerikanische Land widerspiegelt.
Dieses optimistische Szenario öffnet die Türen für Argentiniens Rückkehr an die internationalen Schuldenmärkte, was seit acht Jahren nicht mehr der Fall war. Das von Luis Caputo geleitete Wirtschaftsministerium hat einen Plan vorgestellt, um bis Ende 2027 fällige Schuldenzahlungen in Höhe von 24 Milliarden US-Dollar zu bedienen.
In diesem neuen finanziellen Kontext gab die Nationalregierung bekannt, dass sie 4,2 Milliarden Dollar an Schulden beglichen hat und sich auf die Ausgabe der Bonar 2029-Anleihe vorbereitet. Diese argentinische Staatsanleihe im Wert von 2 Milliarden Dollar soll am 15. Juli 2026 auf den Markt gebracht werden und hat eine Laufzeit bis Oktober 2029. Dies ist ein entscheidender Schritt im Finanzplan für das Jahr 2027.
Um diese Strategie zu untermauern, hat die Zentralbank Argentiniens (BCRA) 6 Milliarden US-Dollar mit 10 Banken durch sogenannte REPO-Geschäfte (Rückkaufsvereinbarungen) umgeschuldet und Fälligkeiten auf das Jahr 2028 verschoben. Darüber hinaus wurde ein Maßnahmenpaket geschnürt, um den Druck auf den Dollar-Kurs im Vorfeld der Wahlen 2027 abzufedern. Dies umfasst Eingriffe in den Terminmarkt und den Verkauf von an den Dollar gekoppelten Anleihen ("dollar-linked").
Der offizielle US-Dollar für den Kleinhandel ist stabil und notiert bei etwa 1.515 argentinischen Pesos (ARS) an der Staatsbank Banco Nación. Die Zentralbank hält eine geschätzte Feuerkraft von 20 Milliarden Dollar bereit, um das Ziel, den Kurs bei 1.500 ARS zu halten, zu stützen.
Die Inflation in der Hauptstadt Buenos Aires lag im Juni bei 1,8 %, landesweit wird ein Wert von 2 % prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für diesen Zeitraum mit einem Wachstum der argentinischen Wirtschaft von 3,5 %.
Die Wall Street reagiert positiv:
Die ADRs (American Depositary Receipts, also Aktien ausländischer Unternehmen, die an US-Börsen gehandelt werden) argentinischer Unternehmen spiegelten die Begeisterung des Marktes wider: Grupo Galicia stieg um 9 %, BBVA Argentina um 9 % und Grupo Supervielle um 6,14 %. Der lokale Leitindex S&P Merval kletterte ebenfalls um 2,4 % und erreichte 3.280.224 Punkte.
Alfredo S. Quiroga