20/07/2026 15:46 - Judiciales
Eine 27-jährige Mutter von drei Kindern wurde von ihrem Ex-Partner erstochen. Der Mann hatte eine bedingte Haftstrafe wegen Gewalt gegen dieselbe Frau verbüßt.
In Argentinien ist Femizid (spanisch: Femicidio) ein spezieller rechtlicher Begriff für die Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts, meist durch aktuelle oder ehemalige Partner. Die Provinz Córdoba liegt im geografischen Zentrum des Landes und ist eine der wichtigsten und bevölkerungsreichsten Regionen Argentiniens.
Lokalen Medien zufolge ereignete sich die Tat in den frühen Morgenstunden des 20. Juli 2026 in einem Haus an der Ecke Independencia und Echeverría im Viertel Santa María Oeste der Stadt Santa María de Punilla.
Das Opfer wurde als Rocío Belén Gómez (27 Jahre) identifiziert, Mutter von drei Kindern im Alter von 8, 6 und 2 Jahren. Das jüngste Kind ist die gemeinsame Tochter des Opfers und des mutmaßlichen Täters. Der Angreifer ist Maximiliano Ezequiel Baudraco (40 Jahre), ihr Ex-Partner und Cousin.
Laut der Justizbehörde sahen beide am Sonntagabend, dem 19. Juli 2026, gemeinsam das Finale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 zwischen Argentinien und Spanien (Fußball hat in Argentinien eine enorme kulturelle Bedeutung). Stunden später eskalierte ein Streit, der in eine brutale körperliche Attacke mündete. Der Mann schlug sie und stach anschließend mit einem Messer auf sie ein.
Die Mutter der jungen Frau, die in der Nähe wohnte, rannte um Hilfe, als sie die ersten Schreie hörte. Als sie das Haus ihrer Tochter erreichte, fand sie diese blutüberströmt und bereits leblos auf der Straße liegend vor.
Nach der Tat floh Baudraco blutverschmiert zu Fuß über die Straße Independencia, was die Nachbarn alarmierte und seine schnelle Festnahme ermöglichte. Die Polizei errichtete eine Straßensperre und konnte ihn wenige Minuten später auf einem nahegelegenen leeren Grundstück festnehmen.
Einer der erschütterndsten Aspekte des Falls ist, dass der Angreifer auf freiem Fuß war. Im Jahr 2025 hatte das Strafgericht von Cruz del Eje ihn wegen Nötigung und qualifizierter Sachbeschädigung zu zwei Jahren und sechs Monaten bedingter Haft verurteilt. In Argentinien bedeutet eine condena condicional (bedingte Strafe), dass der Verurteilte die Strafe nicht im Gefängnis, sondern in Freiheit verbringt, solange er keine neuen Straftaten begeht. Diese Strafe war aufgrund früherer Gewalttaten gegen Rocío verhängt worden, die von Rocíos Mutter angestoßen worden war.
Der Fall wird von der Staatsanwaltschaft Nr. 2 in Cosquín unter der Leitung der Staatsanwältin Silvana Pen geführt. Sie klagt Baudraco wegen homicidio calificado por femicidio (qualifizierter Femizid-Mord) an. Gerichtsmedizner sammeln Beweise am Tatort.
Dieser Vorfall ist der sechste Femizid, der sich im Jahr 2026 in der Provinz Córdoba ereignet hat. Dies löst Debatten über geschlechtsspezifische Gewalt und die Wirksamkeit von bedingten Haftstrafen in der Region aus.
Wenn Sie in Argentinien häusliche Gewalt erleben oder jemanden kennen, der in Gefahr ist, können Sie gebührenfrei die nationale Hotline 144 oder das Frauenzentrum von Córdoba (Polo de la Mujer) unter 0800-888-9898 anrufen. Diese Nummern sind 24 Stunden am Tag erreichbar.
Alfredo S. Quiroga