20/07/2026 21:16 - Deportes
20. Juli 2026
Die 1:0-Niederlage gegen Spanien im Finale der Weltmeisterschaft 2026 durch ein Tor von Ferrán Torres in der 106. Minute bescherte Argentiniens Nationalmannschaft die Silbermedaille, aber sie verließ den Platz mit erhobenem Haupt. In der Pressekonferenz nach dem Spiel äußerte der Trainer Lionel Scaloni emotional Zweifel an seiner sofortigen Fortsetzung, bestätigte jedoch, dass er seinen Vertrag bis zum 31. Dezember 2026 erfüllen wird, bevor er eine endgültige Entscheidung trifft.
Mitten in der Trauer über den verpassten Titelgewinn rief Scaloni ein historisches Zitat von Alejandro Sabella in Erinnerung, dem Vizeweltmeister-Trainer von Brasilien 2014. Damit entfachte er erneut die Debatte über den Wert des Weges und die Würde in der Niederlage.
Scaloni erinnerte an die Worte, die Sabella wenige Tage nach dem Finale von 2014 bei einer Ehrung im Nationalkongress sprach: Leider tut es mir in der Seele weh, dass wir den Pokal nicht für uns, für Argentinien, holen konnten. Aber dieser Preis, obwohl er der zweite ist, ist eine Streicheleinheit für die Seele, er tröstet meinen Geist.
Im Gespräch mit Infobae stellte Julián Camino, Sabellas historischer Co-Trainer, klar, dass dieser Satz – entgegen der weit verbreiteten Meinung – nicht bei der Rückkehr nach Ezeiza (dem Trainingsgelände der Nationalmannschaft) geäußert wurde. Camino betonte, dass Sabellas Botschaft eine tiefe Überzeugung widerspiegelte: Man muss würdevoll in Sieg und Niederlage sein.
Camino fand auch Parallelen zwischen Sabella und Scaloni und beschrieb beide als zurückhaltende, bescheidene Führungspersönlichkeiten, die远离 persönlicher Profilierung sind, ihren Spielern zuhören und geschlossene Gruppen formen können.
Der nächste Schritt für die Nationalmannschaft wird die FIFA-Länderspielzeit im September 2026 sein, die das erste Wiedersehen der Mannschaft nach dem Finale markiert. Dort wird der Weg zur WM 2030 skizziert, deren Eröffnungsspiel in Argentinien, Paraguay und Uruguay stattfinden wird, was Argentinien die automatische Qualifikation sichert.
Auf der anderen Seite bestritt Lionel Messi, im Alter von 39 Jahren, sein 33. WM-Spiel und wurde in der 70. Minute durch Giuliano Simeone ersetzt. Obwohl der Schmerz der Niederlage enorm ist, kündigte der Kapitän seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft nicht an, sodass erwartet wird, dass er bei den kommenden Nominierungen weiterhin dabei sein wird.
Durch die garantierte Teilnahme an der WM 2030 sieht sich Argentinien einem beispiellosen Szenario gegenüber: Es muss keine Qualifikationsspiele (Eliminatorias) bestreiten. Dies bietet einen breiten Spielraum, um den Umbruch zu vertiefen und neue taktische Varianten auszuprobieren.
Junge Talente wie Nico Paz, Valentín Barco, José López und Giuliano Simeone sammelten bei der WM 2026 bereits erste Einsatzminuten. Zusammen mit einer gefestigten Säule aus Cristian Romero, Lisandro Martínez, Enzo Fernández, Alexis Mac Allister, Julián Álvarez, Lautaro Martínez und Thiago Almada verspricht die Zukunft viel Gutes.
Ein weiteres Thema, das an Bedeutung gewinnen wird, ist die Möglichkeit, die ausgesetzte Finalissima gegen Spanien neu anzusetzen. Obwohl es noch kein offizielles Datum gibt, besteht großes Interesse daran, dieses Spiel auszutragen, das die Meister Südamerikas und Europas aufeinandertreffen ließe und als Brücke in den neuen Zyklus dienen würde.
#mundial-2026
Alfredo S. Quiroga