22/07/2026 10:13 - Economia
Die argentinische Regierung schreitet mit einer der größten Privatisierungen der Region voran: der Konzessionierung von AySA (Agua y Saneamientos Argentinos S.A.). Dieses staatliche Unternehmen versorgt derzeit 14 Millionen Nutzer in der autonomen Stadt Buenos Aires und 26 Distrikten des sogenannten 'Conurbano' – dem riesigen Ballungsraum, der die Hauptstadt umgibt. Der Verkauf von 90 % der Anteile verspricht, das Wassermanagement im Land zu transformieren und die Qualität des Services zu verbessern.
Der Konzessionsvertrag sieht eine Gesamtinvestition von 15,04 Milliarden US-Dollar über 30 Jahre vor. Für die ersten fünf Jahre werden 1,94 Milliarden USD und für die zweiten fünf Jahre 2,03 Milliarden USD zugesichert.
Das Handbuch selbst beschreibt das erste Jahrzehnt als Phase der 'operativen Stabilisierung'. Die Ziele für die ersten 10 Jahre umfassen:
Es haben sich sieben Bieter registriert, eine Mischung aus lokalen und internationalen Akteuren:
Das argentinische Wirtschaftsministerium schätzt, dass durch den Verkauf Einnahmen von 450 bis 500 Millionen US-Dollar erzielt werden, die in die Staatskasse fließen werden. Diego Chaher versicherte, dass das Vergabesystem 'völlig digital, verschlüsselt und nachverfolgbar' sei, was Transparenz garantiert und Manipulation ausschließt. Die verbleibenden 10 % der Anteile verbleiben im Rahmen eines Mitarbeiterbeteiligungsprogramms in den Händen der Arbeitnehmer.
Dies ist nicht der erste Privatisierungsprozess für das Unternehmen. Im Jahr 1993 wurde der Dienst unter dem Namen Aguas Argentinas S.A. an das französische Unternehmen Suez konzessioniert. Nach wiederholten Vertragsverstößen und fehlenden Investitionen verstaatlichte der damalige Präsident Néstor Kirchner im März 2006 das Unternehmen (Dekret 304/2006) und schuf das heutige AySA. Es wird erwartet, dass diese neue Phase die Stabilität und Finanzierung bringt, die notwendig sind, um mehr argentinischen Haushalten Trinkwasser und eine angemessene Sanitärversorgung zu bieten.
Alfredo S. Quiroga