Candela Arizaga (23) erklärte vor Gericht, dass der Vorfall auf Drogenkonsum zurückzuführen sei und der Gewerkschaftsführer ihr nichts angetan habe. Die Staatsanwaltschaft wird dennoch die Wohnung in Belgrano durchsuchen. Moyano weigerte sich, toxikologische Tests durchführen zu lassen.

Eine unerwartete Wende in der Aussage von Candela Arizaga

Vorfallsdatum: 4. August 2026, um 05:03 Uhr.

Der Fall, der die argentinische Öffentlichkeit in Atem hält, hat eine neue Richtung eingeschlagen. Candela Arizaga, 23 Jahre alt, wurde halbnackt an der Kreuzung der Straßen Sucre und Virrey Vértiz im Stadtteil Belgrano in Buenos Aires aufgefunden – zusammen mit dem Gewerkschaftsführer und ehemaligen Abgeordneten Facundo Moyano.

Die Aussage im Krankenhaus Pirovano

Nachdem sie vom städtischen Rettungsdienst SAME ins Krankenhaus Pirovano gebracht worden war, gab Arizaga ihre Aussage bei der Abteilung für Familienschutz der Stadtpolizei ab. Wie Justizquellen La Nación und Infobae berichteten, erklärte die junge Frau, dass Moyano sie nicht geschlagen und ihr nichts angetan habe. Der gesamte verwirrende Vorfall sei auf Drogenkonsum zurückzuführen.

Diese Version widerspricht einem ersten Polizeibericht, in dem das Model und die Influencerin angegeben haben soll, von dem Gewerkschaftsführer angegriffen worden zu sein. Der Direktor des SAME, Alberto Crescenti, erklärte, die junge Frau habe einen erheblichen Erregungszustand gezeigt und von mehrtägigem Substanzkonsum berichtet, weshalb sie parenteral behandelt wurde.

Ergebnis der medizinischen Untersuchung: Die Rechtsmedizinerin, die Arizaga untersuchte, fand lediglich eine Schürfwunde an einem Knie, die mit einem Sturz auf der Straße vereinbar ist.

Die Haltung von Facundo Moyano und die rechtlichen Schritte

Trotz der Aussage der mutmaßlichen Opfer bestätigte der stellvertretende Staatsanwalt Julián Pistone von der Einheit für Flagranzdelikte der Staatsanwaltschaft der Stadt Buenos Aires (MPF CABA) die Festnahme von Moyano. Der Gewerkschaftsführer wird wegen leichter Körperverletzung und Freiheitsberaubung im Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt angeklagt. Das Verfahren wird vom Strafgericht Nr. 4 geführt, das von Richterin Julia Correa vertreten wird.

Fallquellen bestätigten, dass Moyano sich weigerte, Blut- und Urinproben abzugeben, um das Vorhandensein von Betäubungsmitteln in seinem Körper festzustellen. Sein Verteidiger, Juan Pablo Fioribello, erschien auf der Polizeiwache 13A. Der Anwalt von Arizaga, Diego Storto, erklärte, seine Mandantin erhole sich und werde prüfen, ob sie ihre Aussage ergänzen werde.

Nächste Schritte in den Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft beantragte die Durchsuchung von Moyanos Wohnung in der Avenida del Libertador 5400, wo der Vorfall seinen Ursprung hatte und die derzeit polizeilich versiegelt ist. Zudem wurde das Team für häusliche Intervention (EDID) der Staatsanwaltschaft gebeten, das Opfer zu befragen.

Läßt sich aus den Akten entnehmen, hat die Staatsanwaltschaft nach dem Stadtgesetz 24 Stunden (verlängerbar um weitere 24) Zeit, Beweise zu sammeln, bevor die Anhörung zur Tatvorhaltung stattfindet. Dort wird entschieden, ob Moyano freigelassen wird, ob ihm Auflagen gemacht werden oder ob Untersuchungshaft beantragt wird.

Hintergrund: Facundo Moyano ist der Sohn von Hugo Moyano, dem langjährigen Vorsitzenden des mächtigen Lastwagenfahrergewerks (Sindicato de Camioneros) und einer der einflussreichsten Persönlichkeiten der argentinischen Gewerkschaftsbewegung. Der Stadtteil Belgrano ist ein gehobenes Wohnviertel im Norden von Buenos Aires.