Ein virales Gerücht behauptete, die Erde würde während der Sonnenfinsternis am 12. August 2026 für 7 Sekunden ihre Schwerkraft verlieren – angeblich wegen eines geheimen „Project Anchor“. Die NASA und Experten haben die Falschmeldung nun klar widerlegt und erklären die wahre Physik hinter Finsternissen.

Eine Sonnenfinsternis, keine Gravitationskatastrophe

In den letzten Monaten kursierte in sozialen Netzwerken wie TikTok, Instagram und X ein besonders hartnäckiges Gerücht. Die Verschwörungstheorie behauptete, die Erde würde während einer totalen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 für 7 Sekunden ihr Gravitationsfeld verlieren. Um die Geschichte wie einen Science-Fiction-Thriller klingen zu lassen, wurde ein angebliches geheimes NASA-Programm namens „Project Anchor“ erwähnt.

Das gefälschte Dokument, das Ende 2025 von einem Konto verbreitet wurde, das fiktive Geschichten mit künstlicher Intelligenz erstellt, sagte zwischen 40 und 60 Millionen Todesopfer weltweit voraus. Menschen und Gegenstände würden in die Luft geschleudert und dann abrupt abstürzen. Angesichts der Flut an Desinformation musste die NASA offiziell dementieren.

Was sagte die NASA?

Ein Sprecher der US-Weltraumbehörde stellte klar: „Die Erde wird am 12. August 2026 keine Schwerkraft verlieren. Die Schwerkraft der Erde, also die gesamte Gravitationskraft, wird durch ihre Masse bestimmt. Der einzige Weg, wie die Erde Schwerkraft verlieren könnte, wäre, wenn das Erdsystem – also die kombinierte Masse von Kern, Mantel, Kruste, Ozeanen, Landwasser und Atmosphäre – Masse verlieren würde.“

Die Raumfahrtbehörde betonte, dass eine totale Sonnenfinsternis keinen ungewöhnlichen Einfluss auf die Erdanziehungskraft hat. Die Anziehung von Sonne und Mond wirkt sich nur auf die Gezeitenkräfte aus – ein bekanntes und seit Jahrzehnten vorhersagbares Phänomen.

Der astronomische Hintergrund

Am 12. August 2026 gab es tatsächlich eine totale Sonnenfinsternis – sicher und real. Sie war in einem schmalen Streifen über Grönland, Island, dem äußersten Norden Russlands, dem Atlantik, Spanien und dem Nordosten Portugals sichtbar.

Für alle, die neugierig sind: Eine Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond zwischen Erde und Sonne steht und deren Licht blockiert. In der Antike als Omen gedeutet, wissen wir heute, dass es sich um eine wunderschöne geometrische Ausrichtung handelt. Von Argentinien aus war sie nicht sichtbar, aber die nächste ringförmige Sonnenfinsternis in Patagonien findet am 06.02.2027 statt.