Der älteste Monarch Europas, der 89-jährige Harald V., wurde am Montag in Oslo wegen Flüssigkeitsansammlungen infolge einer Kortisonbehandlung gegen Blutarmut eingeliefert. Kronprinz Haakon übernimmt für zwei Wochen die Amtsgeschäfte. Ein Blick auf die gesundheitlichen Herausforderungen des beliebten Königs.

Der norwegische König Harald V. (89) ist am Montag, dem 17. August 2026, in das Universitätsklinikum Oslo eingeliefert worden. Grund sind Komplikationen im Zusammenhang mit seiner Behandlung gegen eine hämolytische Anämie (Blutarmut). Wie das Königshaus offiziell mitteilte, führte die Einnahme von Kortison zu einer Flüssigkeitsansammlung im Körper, die nun stationär behandelt werden muss.

Was ist eine hämolytische Anämie?

Bei einer hämolytischen Anämie werden die roten Blutkörperchen vorzeitig zerstört, und der Körper kann nicht schnell genug neue produzieren. Mögliche Ursachen sind Autoimmunerkrankungen, Infektionen, bestimmte Medikamente oder erbliche Störungen. Typische Symptome sind Müdigkeit, Blässe und Atemnot. Die Schweregrade variieren – von harmlosen Fällen bis zu solchen, die einen Krankenhausaufenthalt erfordern, wie hier.

Kronprinz Haakon übernimmt die Regentschaft

Während der voraussichtlich zweiwöchigen Krankschreibung wird Kronprinz Haakon (53) die verfassungsmäßigen Aufgaben des Monarchen übernehmen. Das Königshaus kündigte an, die Auswirkungen auf den offiziellen Terminkalender später zu prüfen. Es ist nicht das erste Mal, dass Haakon einspringt: Bereits im Februar und März 2026 vertrat er seinen Vater, als dieser während eines Urlaubs auf Teneriffa wegen einer Infektion und Dehydrierung ins Krankenhaus musste. Damals erholte sich der König gut und wurde Ende Februar entlassen.

Eine lange Krankengeschichte

Harald V. hat in den letzten Jahren wiederholt mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Im Februar 2024 wurde er während einer Privatreise in Malaysia wegen einer Infektion und niedriger Herzfrequenz behandelt – ein temporärer Herzschrittmacher wurde eingesetzt. Nach dem Rückflug nach Norwegen erhielt er einen permanenten Schrittmacher. 2020 musste eine Herzklappe ersetzt werden, 2021 folgte eine Knieoperation. Auch eine COVID-19-Erkrankung (März 2022) und eine Infektion (2023) machten Krankenhausaufenthalte nötig.

Trotz aller Widrigkeiten hat der Monarch mehrfach betont, nicht abdanken zu wollen. Er bleibt dem Amt treu, wie er es vor dem Parlament geschworen hat.

Schwierige Zeiten für die Königsfamilie

Die Sorge um den König kommt zu einem familiär ohnehin belastenden Zeitpunkt. Seine Schwiegertochter, Kronprinzessin Mette-Marit (52), hatte sich im Juni einer Lungentransplantation unterzogen, nachdem bei ihr 2018 eine chronische Lungenfibrose diagnostiziert worden war. Zudem wurde ihr Sohn aus erster Ehe, Marius Borg Høiby (29), im Juni zu vier Jahren Haft wegen Vergewaltigung und weiterer Delikte verurteilt – er hat Berufung eingelegt.

Wann der König seine offiziellen Termine wieder aufnehmen kann, ist noch unklar. Bis dahin führt Kronprinz Haakon die Amtsgeschäfte – in einer Zeit, in der die königliche Agenda ohnehin reduziert ist, auch wegen Mette-Marits Gesundheitszustand.