Streikwoche an öffentlichen Universitäten
Nach dem Feiertag am 17. August (Jahrestag von General San Martín) kehren die Dozenten an den öffentlichen Universitäten Argentiniens auf die Barrikaden zurück. Die Gewerkschaft CONADU Histórica hat einen landesweiten Streik vom Dienstag, 18. August, bis Samstag, 22. August ausgerufen. In der Praxis bedeutet das, dass die akademischen Aktivitäten an den betroffenen Einrichtungen von Dienstag bis Freitag weitgehend lahmgelegt sein dürften, da sich viele Dozenten der Maßnahme anschließen.
In Rosario bestätigte die lokale Gewerkschaft Coad (die die Dozenten der Universidad Nacional de Rosario vertritt) ihre Teilnahme. Auch andere Hochschulverbände und Föderationen aus dem ganzen Land haben sich angeschlossen.
Die Forderungen: Gesetz, Gehälter und Krankenhäuser
Im Zentrum des Konflikts steht die Ley de Financiamiento Universitario (Gesetz zur Universitätsfinanzierung), die vom Kongress verabschiedet wurde, aber nach Ansicht der Gewerkschaften von der Regierung nicht vollständig umgesetzt wird. Die Dozenten fordern:
- Die vollständige Anwendung des Gesetzes, einschließlich der darin vorgesehenen Gehaltsanpassungen.
- Eine Erhöhung der Betriebsmittel um 20 Prozent für die Universitäten.
- Eine Sonderzuteilung von 50.000 Millionen argentinischen Pesos für die Universitätskliniken.
Die Gewerkschaften verweisen auf gerichtliche Entscheidungen, die die Regierung zur Umsetzung bestimmter Aspekte verpflichten, doch die Exekutive habe diese bisher nicht erfüllt.
Weitere Streiks Ende August
Der Konflikt wird sich in der letzten Augustwoche verschärfen. Die Föderationen FEDUN (Dozenten) und FATUN (nichtlehrendes Personal) haben für den 27. und 28. August einen 48-stündigen Ausstand angekündigt. Auch CONADU (eine andere Dozentengewerkschaft) hat sich angeschlossen und plant Proteste vor dem Regierungspalast Palacio Pizzurno in Buenos Aires.
Die Antwort der Regierung
Das Bildungsministerium unter Sandra Pettovello hat über die Unterabteilung für Universitätsangelegenheiten die Überweisungen an die Universitätskliniken bestätigt und betont, die im Paritätenabkommen vom 10. Juni vereinbarten Lohnzahlungen seien erfolgt. Die Ministerin veröffentlichte eine Liste mit den überwiesenen Beträgen:
| Universität | Betrag (in argentinischen Pesos) | Status |
|---|---|---|
| Universidad Nacional de Cuyo | 2.259.960.000 (monatlich 188.330.000) | Überwiesen |
| Universidad de Buenos Aires (UBA) | 20.000.000.000 (zweimal) | Überwiesen bzw. in Bearbeitung |
| Universidad Nacional de Córdoba | 2.259.960.000 | In Bearbeitung |
| Universidad Nacional de La Rioja | 380.260.885 | In Bearbeitung |
Zudem habe die Regierung 666.823.011.021 Pesos für Personalkosten und Gehaltserhöhungen überwiesen, entsprechend dem Budget für Juni 2026 und der ersten Hälfte des Weihnachtsgeldes. Das Ministerium erklärte, man halte sich an das Paritätenabkommen und zahle die vereinbarten Beträge termingerecht.
Nichtlehrendes Personal wehrt sich gegen Kritik
Inmitten des Konflikts veröffentlichte die Comisión Interna Nodocente der Zahnmedizinischen Fakultät der UBA ein Statement, das sich gegen die Kritik der Gewerkschaftsleitung CEFO/Graduados richtet, die den Streik als unnötig bezeichnet hatte. Die Nodozenten (Verwaltungs- und Hilfspersonal) stellten klar: „Mit dem Streik verteidigen wir unsere Rechte und die öffentliche Universität.“
Sie betonten: „Ein Streik ist kein Grund zum Feiern. Er ist eine Kampfmaßnahme, wenn Forderungen nicht gehört werden. Dieser Streik richtet sich nicht gegen Studierende oder Patienten, sondern gegen die Sparpolitik der Regierung und für die Umsetzung des Universitätsfinanzierungsgesetzes.“
Sie wiesen jede Spaltung zwischen Studierenden, Patienten und Beschäftigten zurück: „Das Recht zu studieren und behandelt zu werden steht nicht im Gegensatz zum Recht zu lehren und würdig zu arbeiten. Beides gehört zur Verteidigung der öffentlichen Universität.“
Ausblick
Der Konflikt bleibt trotz Verhandlungen zwischen Regierung, Rektoren und Gewerkschaften ungelöst. Die Gewerkschaften halten die Regierungsangebote für unzureichend und kündigen weitere Proteste an. Die Regierung verweist auf die angespannte Haushaltslage und betont, bereits Verbesserungen erreicht zu haben.
Die Auseinandersetzung um die Universitätsfinanzierung dominiert weiterhin die Bildungsagenda und könnte das zweite Semester an vielen öffentlichen Hochschulen erheblich beeinträchtigen. Dennoch bleibt die Hoffnung auf eine Einigung, die den langfristigen Erhalt der öffentlichen Universitäten sichert.
Quellen: Rosario3 | Ámbito | La Izquierda Diario