Die nationalen Universitäten Argentiniens haben am Dienstag, dem 18. August, einen fünftägigen Streik begonnen, der von der CONADU Histórica ausgerufen wurde. Lehrende, Nicht-Lehrende und Studierende fordern die Umsetzung des Gesetzes 27.795 zur Universitätsfinanzierung und eine Gehaltsanpassung von 28,5%. Am Mittwoch wird es eine Demonstration vor dem Palacio Pizzurno geben.

In Argentinien hat ein landesweiter Universitätsstreik begonnen. Seit dem Dienstag, 18. August, stehen die meisten nationalen Universitäten des Landes still – der Streik dauert bis zum Samstag, 22. August. Ausgerufen wurde die Maßnahme von der CONADU Histórica, dem größten Zusammenschluss von Hochschullehrern in Argentinien. Unterstützt wird sie von Lehrenden, Nicht-Lehrenden und Studierenden, die die vollständige Umsetzung des Gesetzes 27.795 zur Finanzierung der Universitäten verlangen.

Die Gewerkschaften werfen der Regierung vor, die gesetzlich festgelegte automatische Anpassung der Hochschulbudgets an die Inflation seit Monaten zu ignorieren. Die ausstehende Gehaltserhöhung betrage 28,5 Prozent, so die Gewerkschaften. Zudem fordern sie die Wiedereinführung des FONID (Nationaler Fonds für Lehreranreize), die Aufstockung der Mittel für Stipendien und Universitätskliniken sowie die Sicherstellung der freien und öffentlichen Hochschulbildung.

Zentrale Demonstration vor dem Bildungsministerium

Der Höhepunkt des Streiks ist für Mittwoch, den 19. August, geplant: Um 11 Uhr werden Studierende, Lehrende und Nicht-Lehrende vor dem Palacio Pizzurno demonstrieren – dem Sitz des Bildungsministeriums in Buenos Aires. Dort soll der Druck auf die Regierung erhöht werden, das Gesetz 27.795 endlich anzuwenden.

In den kommenden Tagen sind zudem offene Vorlesungen, Informationsstände und Straßenblockaden in vielen Städten vorgesehen. Die Gewerkschaft AGD-UBA an der Universität von Buenos Aires fordert sogar einen unbefristeten Streik, bis das Gesetz vollständig umgesetzt wird.

Situation an der UNPA und im Landesinneren

Besonders betroffen ist die Nationale Universität von Patagonien Australien (UNPA) mit Standorten in Río Gallegos, San Julián, Caleta Olivia und Río Turbio. Die dortige Gewerkschaft ADIUNPA hat sich dem Streik angeschlossen. Das studentische Komitee für Miriam Bregman ruft zu offenen Versammlungen aller Hochschulgruppen auf und organisiert die Vorbereitung der „Marcha de la Bronca“ (Marsch des Zorns), die für 19. September geplant ist.

„Die Regierung versucht, die Universitäten im Landesinneren auszuhungern und den Jugendlichen ihre Zukunft zu nehmen. Wir schauen nicht tatenlos zu – wir organisieren uns in jedem Hörsaal und auf jedem Flur, um uns dem Protest anzuschließen“, sagt ein Sprecher des Komitees.

Ein Konflikt mit über 300 Tagen Dauer

Das Gesetz 27.795 wurde 2025 verabschiedet und sieht eine automatische Anpassung der Universitätsausgaben an die Inflation vor. Doch die Regierung von Präsident Javier Milei blockiert die Umsetzung mit Verweis auf das Haushaltsgleichgewicht. Seit mehr als 300 Tagen bleibt das Gesetz unangewendet – ein Zustand, der zu massiven Kürzungen an den Hochschulen führt.

Die Gewerkschaften haben Klagen eingereicht. Am Donnerstag, 21. August, findet eine wichtige Gerichtsanhörung statt, in der über die Einhaltung des Gesetzes entschieden werden soll. In der Zwischenzeit mobilisiert die Universitätsgemeinschaft – mehr als zwei Millionen Studierende sind direkt betroffen, ebenso das gesamte Wissenschaftssystem des Landes.

Warum ist das wichtig?

Argentiniens öffentliche Universitäten sind kostenlos und gehören zu den angesehensten Lateinamerikas. Sie sind nicht nur Ausbildungsstätten, sondern auch Zentren der Forschung und Innovation. Der Streik zeigt, wie stark die Gesellschaft für den Erhalt dieser Einrichtungen eintritt – trotz wirtschaftlicher Krisen und politischer Spannungen.


Quellen: MinutoUno · Clarín · La Izquierda Diario