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Privatisierung von AySA: Wer übernimmt die Wasserversorgung für 14 Millionen Menschen?

22/07/2026 10:13 - Economia

Ein neuer Horizont für die Wasserversorgung in Argentinien

Die argentinische Regierung schreitet mit einer der größten Privatisierungen der Region voran: der Konzessionierung von AySA (Agua y Saneamientos Argentinos S.A.). Dieses staatliche Unternehmen versorgt derzeit 14 Millionen Nutzer in der autonomen Stadt Buenos Aires und 26 Distrikten des sogenannten 'Conurbano' – dem riesigen Ballungsraum, der die Hauptstadt umgibt. Der Verkauf von 90 % der Anteile verspricht, das Wassermanagement im Land zu transformieren und die Qualität des Services zu verbessern.

Zeitplan der Ausschreibung

  • 12. August 2026: Ende der Frist für Anfragen zum einheitlichen Basis- und Bedingungen-Handbuch (über die digitale Plattform CONTRAT.AR).
  • 27. August 2026: Einreichung der Angebote und offizielle Eröffnung um 10:00 Uhr.
  • Oktober 2026 (geschätzt): Möglicher Abschluss der Privatisierung, laut Diego Chaher, dem Leiter der Agentur für die Transformation öffentlicher Unternehmen.

Investitionen und Versorgungsziele

Der Konzessionsvertrag sieht eine Gesamtinvestition von 15,04 Milliarden US-Dollar über 30 Jahre vor. Für die ersten fünf Jahre werden 1,94 Milliarden USD und für die zweiten fünf Jahre 2,03 Milliarden USD zugesichert.

Das Handbuch selbst beschreibt das erste Jahrzehnt als Phase der 'operativen Stabilisierung'. Die Ziele für die ersten 10 Jahre umfassen:

  • Trinkwasserversorgung: Anstieg von 75,3 % auf 78,9 %.
  • Abwasserkanalisation: Anstieg von 63,9 % auf 65,3 %.
  • Verbesserung des Wasserdrucks (eine historische Forderung der südlichen Gebiete): von 58 % auf 67 %.
  • Installation von 100.000 Wasserzählern pro Jahr und Erneuerung von 500 km Wassernetzen.

Wer sind die Interessenten?

Es haben sich sieben Bieter registriert, eine Mischung aus lokalen und internationalen Akteuren:

  • Lokale Gruppen: Grupo Roggio (betreibt Wasserversorgung in Córdoba), Mauricio Filiberti in Allianz mit Rowing, und JCR (Bauunternehmen).
  • Internationale Gruppen: Sabesp (Brasilien), Aguas Andinas (Chile, kontrolliert von Veolia) und der israelische Staatsbetrieb Mekorot.

Ein wenig Geschichte: Vom alten OSN zur neuen Konzession

Dies ist nicht der erste Privatisierungsprozess für das Unternehmen. Im Jahr 1993 wurde der Dienst unter dem Namen Aguas Argentinas S.A. an das französische Unternehmen Suez konzessioniert. Nach wiederholten Vertragsverstößen und fehlenden Investitionen verstaatlichte der damalige Präsident Néstor Kirchner im März 2006 das Unternehmen (Dekret 304/2006) und schuf das heutige AySA. Es wird erwartet, dass diese neue Phase die Stabilität und Finanzierung bringt, die notwendig sind, um mehr argentinischen Haushalten Trinkwasser und eine angemessene Sanitärversorgung zu bieten.


Quellen

Heutige Nachrichten
Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga