Ein historischer Deal im Energiesektor
Wie Infobae und Ámbito berichten, hat YPF das Angebot von Edenor über 780 Millionen US-Dollar für seine Anteile an Metrogas und Metroenergía angenommen. Die Entscheidung ist Teil des 4x4-Plans des staatlichen Ölkonzerns, der darauf abzielt, das Portfolio zu optimieren und Investitionen auf die Erschließung von Vaca Muerta zu konzentrieren.
Details der Transaktion
- Die Transaktion umfasst 70 % des Stammkapitals und der Stimmrechte von YPF an Metrogas.
- Ebenfalls enthalten ist das 5 %ige Stammkapital von YPF an Metroenergía.
- Die Citigroup fungierte als Finanzberater des Ölkonzerns in einem wettbewerblichen und transparenten Prozess.
- Der Abschluss unterliegt der Genehmigung durch die Regulierungsbehörden, einschließlich des ENRGE (Ente Nacional Regulador del Gas y la Electricidad).
Die Expansion von Edenor
Edenor wird von den Geschäftsleuten Daniel Vila und José Luis Manzano kontrolliert, der über seine Beteiligungsgesellschaft Integra Capital bereits einen Anteil von 9,23 % an Metrogas hält. Laut Medienberichten wie Urgente24 festigt diese Übernahme die Präsenz der Gruppe im Versorgungssektor der Metropolregion Buenos Aires (AMBA) und vereint nun den größten Gasverteiler des Landes mit dem größten Stromverteiler.
Kontext: Warum Metrogas so attraktiv ist
Metrogas ist der wichtigste Gasverteiler Argentiniens und versorgt mehr als 2,4 Millionen Nutzer in der Autonomen Stadt Buenos Aires sowie in elf Bezirken im Süden und Südwesten des Großraums Buenos Aires. Die finanzielle Entwicklung ist bemerkenswert: Zwischen 2023 und 2025 verdoppelte das Unternehmen seinen Bruttogewinn, vervierfachte sein operatives Ergebnis und reduzierte seine Verschuldung auf ein Drittel.
Im Juli 2026 schüttete das Unternehmen 100 Milliarden argentinische Pesos (etwa 66 Millionen US-Dollar zum offiziellen Wechselkurs) als Dividende aus – das erste Mal seit November 2001, dass Metrogas wieder Dividenden zahlte.
Die regulatorische Zukunft
Die seit 35 Jahren laufende Betriebslizenz von Metrogas läuft im Dezember 2027 aus. Die Regulierungsbehörde Enargas hat der Exekutive jedoch bereits empfohlen, die Lizenz um zwei Jahrzehnte bis 2047 zu verlängern, gestützt auf die Instrumente des Ley Bases. Diese Planungssicherheit ist ein entscheidender Vorteil für den neuen Eigentümer.
YPFs Fokus auf Vaca Muerta
Für YPF ist der Verkauf dieser Vermögenswerte Teil einer umfassenderen Strategie, das Portfolio zu straffen und Ressourcen auf die Erschließung von Vaca Muerta zu konzentrieren, wie das Unternehmen mitteilte. Ziel ist es, sich als Weltklasse-Schieferölunternehmen zu etablieren.
In diesem Zusammenhang hatte YPF Ende 2025 bereits Profertil, den größten Harnstoffproduzenten des Landes, in einer Transaktion über 1,2 Milliarden US-Dollar an Adecoagro und die Asociación de Cooperativas Argentinas (ACA) übertragen.