Der Infrastrukturminister der Provinz Buenos Aires, Gabriel Katopodis, hat den Privatisierungsplan für AySA durch die Regierung von Javier Milei scharf kritisiert. In einem Tweet erklärte er, das Unternehmen werde ohne Investitionszusagen versteigert und man 'verurteile die Menschen für 30 Jahre'.

Ein Tweet entfacht die Debatte

Am 11. August 2026 veröffentlichte der Minister für Infrastruktur und öffentliche Dienste der Provinz Buenos Aires, Gabriel Katopodis, auf seiner X-Account eine deutliche Kritik an der Privatisierung von AySA (Agua y Saneamientos Argentinos). In dem Tweet, der sich an die Journalistin Nancy Pazos und an Radio 10 richtete, schrieb Katopodis: „AySA zu versteigern, wie Milei es will, um Geschäfte zu machen, wird sehr schiefgehen. Dieses Unternehmen wird privatisiert, ohne dass die investierende Gruppe verpflichtet ist, auch nur einen einzigen Meter Wasser- oder Abwasserleitung zu bauen. Man verurteilt die Menschen für 30 Jahre.“

Der Beitrag erreichte schnell 39.400 Aufrufe, 257 Likes und 419 Reposts, wie auf der Plattform selbst zu sehen ist – ein Zeichen für das große öffentliche Interesse an diesem Thema.

„AySA zu versteigern, wie Milei es will, um Geschäfte zu machen, wird sehr schiefgehen. Dieses Unternehmen wird privatisiert, ohne dass die investierende Gruppe verpflichtet ist, auch nur einen einzigen Meter Wasser- oder Abwasserleitung zu bauen. Man verurteilt die Menschen für 30 Jahre.“

Gabriel Katopodis auf X, 11.08.2026

Was ist AySA und warum ist die Privatisierung umstritten?

AySA ist das staatliche Unternehmen, das die Trinkwasser- und Abwasserversorgung im Großraum Buenos Aires (AMBA) sicherstellt und mehr als 14 Millionen Menschen versorgt. Die Privatisierung ist Teil der von Präsident Javier Milei vorangetriebenen Staatsreform, die darauf abzielt, die Beteiligung des öffentlichen Sektors an strategischen Unternehmen zu reduzieren.

Die Initiative stößt jedoch in verschiedenen Kreisen auf heftige Kritik. Katopodis, der während der Regierung von Alberto Fernández Minister für öffentliche Arbeiten war, warnt davor, dass der Verkauf ohne Garantien für Investitionen in die Infrastruktur erfolgen würde. Nach seiner Lesart wäre der künftige Konzessionär nicht verpflichtet, die Wasser- und Abwassernetze auszubauen, was Millionen von Nutzern jahrzehntelang ohne Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen ließe.

Der politische Kontext

Der Tweet von Katopodis fügt sich in eine größere Auseinandersetzung zwischen der nationalen Regierung und der Provinz Buenos Aires ein, die von Axel Kicillof regiert wird. Die Privatisierung von AySA betrifft direkt die Gemeinden im Großraum Buenos Aires, wo fehlende Abwasser- und Trinkwassernetze ein historisches Problem sind. Katopodis, als Infrastrukturminister der Provinz, ist einer der aktivsten Wortführer gegen die Maßnahme.

Bislang hat die nationale Regierung nicht offiziell auf die Aussagen von Katopodis reagiert. Aus dem Regierungslager wird die Privatisierung jedoch als Weg zu mehr Effizienz und zur Anziehung privater Investitionen verteidigt. Die Debatte bleibt offen, und es wird erwartet, dass die Diskussion in den kommenden Wochen an Intensität gewinnt.

Reaktionen und nächste Schritte

Die Veröffentlichung von Katopodis hat nicht nur in den sozialen Medien für Interaktion gesorgt, sondern auch die Debatte über die Rolle des Staates bei öffentlichen Dienstleistungen neu entfacht. Soziale Organisationen, Gewerkschaften und Oppositionsvertreter haben ihre Ablehnung der Privatisierung bekundet, während die Regierung auf ihrem Reformkurs beharrt.

Derzeit gibt es noch kein konkretes Datum für den Verkauf von AySA, aber das Thema verspricht, einer der Schwerpunkte der argentinischen Politikagenda zu werden. Katopodis hat seine Haltung in der Zwischenzeit klar gemacht: „Es wird sehr schiefgehen“.

Quelle: Original-Tweet von Gabriel Katopodis