TikTok hat das Shokupan, das traditionelle japanische Milchbrot, zur neuesten großen kulinarischen Obsession in Großbritannien gemacht. Mit seiner weichen, leicht süßlichen Krume haben diese Brötchen die Supermärkte auf der Insel erobert. Die Suchanfragen bei der Premium-Kette Waitrose stiegen in nur einem Monat um beachtliche 617%, wie das Unternehmen bestätigte.

Die Revolution des 'Shokupan' in britischen Küchen

Goldbraun, glänzend und mit einer Textur, die an eine Wolke erinnert: Das japanische Milchbrot (bekannt als Shokupan) ist im Vereinigten Königreich zu einem absolut unwiderstehlichen viralen Phänomen geworden – und das alles dank der Macht von TikTok.

Die Videos dieser fluffigen Brötchen, die Millionen von Aufrufen sammeln, haben geschafft, was nur wenigen Zutaten gelingt: Sie sind direkt von den Smartphone-Bildschirmen in die Regale der Supermärkte gesprungen. Die Wurzeln dieses Brotes reichen bis zur westlichen Tradition zurück, die in Japan eingeführt wurde. Im Laufe des 20. Jahrhunderts passten japanische Bäcker die europäischen Techniken an die lokalen Geschmäcker an und schufen so ein kulinarisches Meisterwerk.

Zahlen, die von einem vollen Erfolg sprechen

Die Supermarktkette Waitrose (eine der bekanntesten Premium-Supermarktketten in Großbritannien) hat diesen Wahnsinn aus erster Hand miterlebt. Laut eigenen Angaben sind die Suchanfragen nach 'Japanese milk buns' auf ihrer Website im letzten Monat um 617% in die Höhe geschossen, während die Verkäufe im selben Zeitraum um 27% stiegen. Doch das Brot ist nicht das einzige japanische Produkt im Aufwind: Die Verkäufe der Ramen-Paste der Marke Miso Tasty wuchsen um 41% und die der Suppenpaste um 22%.

Emilie Wolfman, Produktentwicklerin bei Waitrose, beschrieb den Aufstieg des Milchbrots als 'einen der aufregendsten Food-Trends, die wir aus den sozialen Medien in die Mainstream-Küchen wandern gesehen haben'.

Mehr als nur eine weiche Krume: Sandwiches und Kreativität

Das Shokupan ist nicht der einzige Botschafter der japanischen Küche, der in den sozialen Netzwerken triumphiert. Auch frische Frucht-Sandwiches (fruit sando), Soufflé-Pancakes und frittierte Sandwiches haben Millionen von Foodies verzaubert.

Restaurants wie Black Bear Burger in London servieren ihre Burger und ihr frittiertes Hähnchen bereits in diesen weichen Brötchen. In Chinatown bietet Bun House kantonesische Versionen mit süßen und herzhaften Füllungen an. Selbst in Schottland lobte der Koch Tomás Gormley vom Restaurant Cardinal die Praktikabilität des Brotes und hob hervor, dass es schneller zuzubereiten sei als Sauerteig und weniger Butter enthalte als das französische Brioche.

Das Geheimnis seiner Textur und wie man es genießt

Der MasterChef-Gewinner Tim Anderson weist darauf hin, dass das Geheimnis dieses Brotes in der Yudane-Technik (einer Methode, bei der ein Teil des Mehls mit kochendem Wasser zu einer Paste verrührt und dem Teig hinzugefügt wird) und in der Entwicklung des Glutens liegt, was ihm diese einzigartige Kombination aus Festigkeit und extremer Weichheit verleiht. Anderson empfiehlt, es für Natto-Toast (mit fermentierten Sojabohnen und geschmolzenem Käse), für ein Eiersandwich oder sogar als 'Pizza-Toast' zu verwenden. Er schlägt auch vor, es mit Kewpie-Mayonnaise (einer beliebten japanischen Mayo), knusprigem Bacon, Eisbergsalat und hochwertigen Tomaten für ein BLT-Sandwich (Bacon, Lettuce, Tomato) auf einem ganz anderen Niveau zu kombinieren.

Quelle: The Guardian