Die diplomatische Spannung eskalierte am 7. August 2026, als China den USA vorwarf, Huawei auf argentinischem Territorium zu sabotieren. Auslöser war der Druck der US-Botschaft auf die Genossenschaft CALF in Neuquén wegen einer Vereinbarung mit dem asiatischen Unternehmen.

Der Ursprung des Konflikts in Neuquén

Das geopolitische Tauziehen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt hat nun auch Argentinien erreicht. Laut verschiedenen Medienberichten entstand die Spannung, als die Genossenschaft CALF mit Sitz in Neuquén eine Vereinbarung mit dem chinesischen Technologieunternehmen Huawei ankündigte. Daraufhin soll die US-Botschaft in Argentinien informelle Kontakte aufgenommen haben, die in der Einrichtung Besorgnis auslösten.

Am 29. Juli 2026 sandte CALF eine formelle Note an das argentinische Außenministerium und die US-Botschaft, in der um Klarstellung gebeten wurde, ob diese Nachrichten offiziellen Charakter hätten. Sie waren vom TIC-Manager der Genossenschaft, Sergio Fernández Novoa, vom Wirtschaftsattaché der USA, Andrew Dilts, erhalten worden.

Washingtons Antwort: Dringendes Treffen und Angebot von Alternativen

Am 6. August 2026 erhielt die Genossenschaft CALF, unter dem Vorsitz von Marcelo Severini, einen Brief vom 5. August, handschriftlich unterzeichnet vom US-Botschafter Peter Lamelas. In dem Schreiben bittet der Diplomat um ein dringendes Treffen und bietet Unterstützung bei der Bewertung alternativer Technologien von US-Unternehmen an.

Lamelas bestätigt, dass die früheren Kommunikationen „die Politik der USA getreu widerspiegeln“ und zerstreut damit jeden Zweifel am institutionellen Charakter der Forderung. Obwohl keine spezifischen technischen Einwände genannt werden, wird die Bedeutung des Schutzes von Daten in strategischen Infrastrukturen wie Vaca Muerta betont.

Von CALF wird betont, dass Sicherheitsbedenken über institutionelle Mechanismen zwischen beiden Staaten kanalisiert werden sollten, nicht durch Druck auf Mitarbeiter der Genossenschaft. Man zeigt sich offen für einen institutionellen und konstruktiven Dialog.

China reagiert: Anklage wegen „Sabotage“ und „hegemonialer Praktiken“

Der Konflikt eskalierte am 7. August 2026 international, als die chinesische Botschaft in Buenos Aires eine scharfe Erklärung abgab. Laut der Zeitung El Día beschuldigte Peking die USA, die Operationen von Huawei in Argentinien zu behindern, indem sie die „Theorie der chinesischen Bedrohung“ fördern und Visa widerrufen.

China bezeichnete diese Aktionen als Ausdruck von „Arroganz und Vorurteilen“ und als direkte Einmischung in souveräne Handelsentscheidungen. Der chinesische Sprecher forderte Washington auf, „seine Wahrnehmung zu korrigieren und seine hegemonialen Praktiken zu beenden“, und verteidigte das Recht privater Unternehmen, in Drittländern normal zu operieren.

Hintergrund: Was ist Huawei?

Huawei ist einer der Technologiegiganten Chinas, führend in Telekommunikationsinfrastruktur, 5G-Netzen und elektronischen Geräten. Die USA haben seit Jahren Beschränkungen gegen das Unternehmen verhängt, mit der Begründung von Risiken für die nationale Sicherheit – eine Anschuldigung, die das Unternehmen und die chinesische Regierung systematisch zurückweisen und die Transparenz ihrer Operationen betonen.

Finanzielle Unterstützung mit Zukunftsperspektive

Trotz des diplomatischen Schlagabtauschs bleibt die bilaterale Zusammenarbeit stark. Einen Tag vor der Pekinger Erklärung wurde der Währungsswap zwischen der argentinischen Zentralbank und der Volksbank Chinas erneuert. Die Vereinbarung wird um 5 Jahre verlängert, mit einer Linie von 130 Milliarden Yuan (etwa 20 Milliarden US-Dollar) bis 2031, davon ein aktiver Teil von 35 Milliarden Yuan (rund 5 Milliarden US-Dollar).

Quellen: LM Neuquén und El Día