Eine Bundesrichterin in Massachusetts hat der Trump-Administration grünes Licht gegeben, den Temporary Protected Status (TPS) für Hunderte Südsudanesen zu beenden. Die Entscheidung folgt einem wegweisenden Urteil des Supreme Court vom Juni 2026 und entfacht die Debatte über Migrations- und humanitäre Politik in den USA neu.

Ein historischer Richterspruch mit weitreichenden Folgen

Am 7. August 2026 hat die Bundesrichterin Patti Saris aus Massachusetts entschieden: Die Regierung von Donald Trump darf den Temporary Protected Status (TPS) für Hunderte Staatsangehörige des Südsudan beenden. Das Urteil markiert einen weiteren Wendepunkt in der US-Einwanderungspolitik.

Der TPS ist ein 1990 eingeführtes humanitäres Schutzprogramm, das Menschen aus Krisenländern – etwa wegen Bürgerkriegen oder Naturkatastrophen – vorübergehend legalen Aufenthalt und Arbeitserlaubnis in den USA gewährt. Für Südsudanesen war der Status erstmals 2011 nach der Unabhängigkeit des Landes eingerichtet worden.

Der juristische Hintergrund

Das Urteil von Richterin Saris stützt sich auf eine Entscheidung des Supreme Court vom Juni 2026, der mit 6 zu 3 Stimmen der Regierung erlaubte, den TPS für über 350.000 Haitianer und rund 6.100 Syrer zu beenden. In ihrer 15-seitigen Begründung wies Saris die Argumente der Kläger – angeführt von der Organisation African Communities Together – als widersprüchlich zurück: Wenn das Heimatschutzministerium (DHS) nicht befugt sei, den TPS zu beenden, hätte es ihn auch nicht ursprünglich gewähren dürfen.

Wer ist betroffen?

Die Entscheidung betrifft etwa 232 Südsudanesen mit aktivem TPS-Status sowie 73 weitere Personen mit noch laufenden Anträgen. Menschenrechtsorganisationen und Migrantenverbände haben bereits angekündigt, weiter für alternative Lösungen zu kämpfen – die Hoffnung auf einen gerechten Ausgang bleibt bestehen.

Der unschätzbare Beitrag der Migranten

Zahlen sprechen eine klare Sprache: TPS-Inhaber haben seit 2001 jährlich 7,8 Milliarden US-Dollar an Steuern gezahlt und 262 Milliarden US-Dollar zur US-Wirtschaft beigetragen, wie die Organisation Fwd.us berichtet. Viele arbeiten in systemrelevanten Branchen – Bau, Gastgewerbe und Gesundheitswesen – die chronisch unter Personalmangel leiden. Ihr Engagement zeigt, wie wertvoll diese Gemeinschaften für das soziale und wirtschaftliche Gefüge des Landes sind.

Südsudan: Ein Land zwischen Hoffnung und Zerreißprobe

Der Südsudan erlangte 2011 seine Unabhängigkeit – doch der Bürgerkrieg hat seither über 400.000 Menschenleben gefordert. Zwei Drittel der Bevölkerung, rund 10 Millionen Menschen, sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Trotz dieser düsteren Zahlen bleibt die internationale Gemeinschaft engagiert, um eine friedliche und dauerhafte Lösung für das afrikanische Land zu finden.

Krish O’Mara Vignarajah, CEO von Global Refuge, verurteilte die Entscheidung scharf: Menschen in ein Konfliktgebiet zurückzuschicken, sei eine bewusste Wahl. Doch der anhaltende Einsatz von NGOs gibt Anlass zur Hoffnung, dass der Kampf für die Rechte der Schwächsten weitergeht.

Quelle: The Guardian