Ein Beben, das halb Andalusien aufweckte
Die Erde bebte wieder im Süden Spaniens. Um 1:04 Uhr in der Nacht auf Samstag, den 15. August 2026, erschütterte ein Erdbeben der Stärke 4,8 (laut Nationalem Geografischen Institut, IGN) die Provinz Granada. Das Epizentrum lag 2 Kilometer von Alhendín entfernt in einer Tiefe von 10 Kilometern. Die Erschütterung war deutlich zu spüren und versetzte die Bevölkerung mitten in der Nacht in Panik.
Das Beben, das von einigen Quellen sogar auf Stärke 5 geschätzt wurde, war besonders stark in Orten wie Las Gabias, Villa de Otura und Churriana de la Vega zu spüren, wo Gegenstände umfielen und Möbel wackelten. Doch die Reichweite war viel größer: Das Beben war in allen andalusischen Provinzen außer Huelva und Cádiz zu spüren, einschließlich der Küste von Almería (Roquetas, El Ejido, Adra), der Küste von Málaga (von Fuengirola bis Vélez-Málaga) und Orten in Jaén wie Alcalá la Real, Linares oder Jódar. Sogar in Ciudad Real, Albacete und Madrid wurde es schwächer wahrgenommen.
Wichtige Daten zum Beben
- Stärke: 4,8 (IGN) / 5 (andere Quellen)
- Epizentrum: Alhendín, Granada
- Tiefe: 10 km (IGN) / 2 km (andere Quellen)
- Uhrzeit: 01:04 (nachts)
- Anrufe bei 112: über 80
- Schäden: Steinschlag, herabstürzende Fassadenteile und Dächer
Sachschäden und Aktivierung des Notfallplans
Die Notrufzentrale 112 von Andalusien erhielt über 80 Anrufe von Anwohnern, die das Beben meldeten. Es wurden Steinschlag, herabstürzende Fassadenelemente und Dächer an verschiedenen Orten im Großraum Granada festgestellt, besonders in Armilla, wo die Sachschäden am deutlichsten waren.
Angesichts der Stärke des Bebens aktivierte die Junta de Andalucía die Notfallphase, operative Situation 1, des Erdbebenrisikoplans. Der Minister für Präsidentschaft, Gesundheit und Notfälle, Antonio Sanz, kündigte die Maßnahme an und bat die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren, nicht in Gebäude hinein- oder hinauszugehen und sich von Fassaden, Gesimsen, Balkonen oder Mauern fernzuhalten, da Steinschlag drohe.
Nachbeben und seismische Aktivität in der Region
Das Hauptbeben blieb nicht allein. Sechs Minuten später folgte ein zweites Beben der Stärke 2,6 mit Epizentrum in Gójar (nur 1 km tief). Bereits am Freitag hatte es drei kleinere Beben in derselben Gegend des Großraums Granada gegeben.
Laut IGN wurden in der letzten Woche 12 Erdbeben in der Zone registriert, insgesamt 32 im August. Das Beben vom Samstag ist das stärkste seit dem 26. Juli, als ein Beben der Stärke 3,7 auftrat. Diese seismische Aktivität ist in der Region üblich, da sie nahe der Grenze zwischen der eurasischen und der afrikanischen Platte liegt.
Melden und Verhalten bei Nachbeben
Das IGN hat einen makroseismischen Fragebogen bereitgestellt, damit Bürger, die das Beben gespürt haben, ihre Erfahrungen melden können (ob sie schliefen, ob Gegenstände sich bewegten usw.). Diese Daten sind entscheidend, um die tatsächliche Intensität des Bebens und mögliche Schäden zu berechnen. Diese Tradition geht auf das Erdbeben von Lissabon 1755 zurück, als König Ferdinand VI. die ersten Fragebögen dieser Art förderte.
Die Behörden empfehlen bei Nachbeben: Ruhe bewahren, sich in sichere Bereiche begeben (unter stabile Tische oder Türrahmen) und während des Bebens keine Aufzüge benutzen. Die Junta de Andalucía überwacht die Lage weiterhin und bewertet die Schäden in den am stärksten betroffenen Gebieten.