Die Regierung von Javier Milei stellt ihre parlamentarische Strategie nach dem Scheitern der Eigentumsrechts-Reform im Senat um. Während Federico Sturzenegger Rückhalt erhält, sorgen Anzeigen wegen der SisVial-Fonds für Aufsehen. YPF meldet Rekordgewinne, Metrogas wird verkauft, und ausländische Patienten sollen in nationalen Krankenhäusern zahlen. Auch die Solidarität mit Kolumbien nach dem Erdbeben steht im Fokus.

Neuausrichtung nach dem Senatsrückschlag

Die Regierung von Javier Milei befindet sich in einer Phase der Neuausrichtung ihrer Legislativagenda, nachdem die Reform zur Unverletzlichkeit des Privateigentums im Senat gescheitert war. Am 11. August 2026 traf sich die politische Führung im Regierungspalast Casa Rosada, um die nächsten Schritte zu besprechen. Der Minister für Deregulierung und Staatsumbau, Federico Sturzenegger, präsentierte die kommenden Projekte, wobei die Kapitalmarktreform Priorität hat.

Der Präsidentensprecher Adrián Ravier verteidigte Sturzenegger als Schlüsselfigur für die Wiederherstellung der Wettbewerbsfähigkeit des Landes, nachdem interne Kritik laut wurde, weil Kapitel zum Verkauf von Land an Ausländer und zum Umgang mit Bränden zurückgezogen wurden.

Kontroverse um SisVial-Fonds

Die Verwendung von Geldern des Treuhandfonds SisVial, die eigentlich für den Straßenbau gedacht waren, um den Haushalt auszugleichen, sorgt für heftige Auseinandersetzungen. Die Abgeordnete Marcela Pagano erstattete Strafanzeige gegen Finanzminister Luis Caputo und Zentralbankchef Santiago Bausili wegen des mutmaßlichen Missbrauchs von fast 4 Billionen Pesos. Caputo kündigte eine Gegenklage wegen Verleumdung an.

Auch die Abgeordnete Victoria Tolosa Paz reichte eine Anzeige wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder ein und wies darauf hin, dass mehr als 1.038 Billionen Pesos nicht für den Bau und die Instandhaltung von Nationalstraßen verwendet wurden.

Gebühren für Ausländer und Energieinvestitionen

Mit der Resolution 1066/2026 hat das Gesundheitsministerium festgelegt, dass nationale Krankenhäuser künftig Gebühren für nicht dringende Behandlungen von nicht ansässigen Ausländern erheben. Notfälle bleiben weiterhin kostenlos und werden sofort behandelt. Ähnliche Regelungen gibt es bereits in Provinzen wie Salta.

Zudem kündigte Ravier private Investitionen von rund 800 Millionen US-Dollar an, um das Stromnetz im Großraum Buenos Aires (AMBA) auszubauen. Geplant sind eine neue 500-kV-Leitung und eine Umspannstation in Plomer, Provinz Buenos Aires.

Rekordzahlen bei YPF und Verkauf von Metrogas

Im Wirtschaftsbereich meldete YPF Rekordergebnisse für das zweite Quartal 2026: Das bereinigte EBITDA erreichte 2.804 Millionen US-Dollar, ein Wachstum von 150 Prozent im Jahresvergleich. Die Schieferölproduktion lag im Schnitt bei 213.000 Barrel pro Tag, wobei der Fokus auf der Vaca-Muerta-Formation liegt, einem der größten Schieferölvorkommen der Welt.

Im Einklang mit dieser Strategie akzeptierte YPF das Angebot von Edenor (kontrolliert von José Luis Manzano und Daniel Vila) zum Kauf von 70 Prozent an Metrogas für 780 Millionen US-Dollar. Metrogas versorgt 2,4 Millionen Haushalte und zahlte im Juli 2026 erstmals seit 2001 wieder Dividenden.

Blick auf 2027

Die Generalsekretärin der Präsidentschaft, Karina Milei, traf sich mit Abgeordneten der Partei La Libertad Avanza aus der Provinz Buenos Aires, um die Wahlstrategie für 2027 zu planen. Ziel ist es, die Parteistruktur in der bevölkerungsreichsten Provinz zu stärken und die Gouverneurswahl zu gewinnen. Parallel dazu baut der Peronismus ein Netzwerk von Bürgermeistern auf, das als 'Die Liga' bekannt ist.

Solidarität mit Kolumbien

Außenminister Pablo Quirno sprach dem kolumbianischen Volk sein Beileid und seine Solidarität nach dem verheerenden Erdbeben der Stärke 7.4 aus, das mindestens 111 Tote und zahlreiche Verletzte forderte. Die argentinische Regierung bot ihre Unterstützung bei der Bewältigung der Notlage an.

Quellen: La Nación, Urgente24, Contexto Tucumán, Pregon