Führer des föderalen Peronismus trafen sich am 19. August 2026 mit Gouverneur Hugo Passalacqua in Posadas, um eine gemeinsame Agenda für 2027 zu besprechen. Sie unterstützen seine Abkehr von Carlos Rovira und wollen im Kongress zusammenarbeiten. Themen waren Infrastruktur, regionale Wirtschaft und die Zukunft der Provinz Misiones. Das Treffen ist Teil der Strategie der Gruppe Parque Norte, die eine Alternative zur nationalen Regierung aufbauen will.

In der argentinischen Provinz Misiones hat sich die politische Landschaft verschoben. Gouverneur Hugo Passalacqua hat sich von seinem langjährigen Verbündeten Carlos Rovira getrennt und sucht nun neue Allianzen. Am 19. August 2026 empfing er die Spitze des föderalen Peronismus (PJ Federal) in Posadas, um eine gemeinsame Agenda für die Zukunft zu besprechen.

Ein Treffen mit Signalwirkung

Die Delegation des PJ Federal, bestehend aus den nationalen Abgeordneten Victoria Tolosa Paz, Guillermo Michel, Emir Félix, dem Präsidenten des PJ von Buenos Aires Juan Manuel Olmos und dem Bürgermeister von Pilar Federico Achával, reiste früh an, um den Gouverneur zu unterstützen. Laut Infobae zielte das Treffen darauf ab, „einen Dialog zu eröffnen, um Agenden von Interesse für die Provinz und die Interessen, die der Gouverneur vertritt, zu koordinieren“. Tolosa Paz teilte ein Foto des Treffens in sozialen Netzwerken und bezeichnete es als „sehr gut“, wobei sie die Notwendigkeit einer „neuen, tief föderalen Etappe“ hervorhob, die auf „mehr Dialog“ und „Brüderlichkeit unter denen, die Politik machen“ basiert.

Wichtige Themen: Infrastruktur, Wirtschaft und regionale Produktion

Während des Treffens wurden Themen wie der schlechte Zustand der Nationalstraßen 12 und 14, die Vernachlässigung des produktiven Hinterlandes, der Rückgang des Konsums und die Verschuldung der Familien behandelt. Auch die Situation der regionalen Wirtschaften und die Sorge über die Fahrzeugschlangen, die nach Paraguay fahren, um Treibstoff zu tanken und günstigere Produkte zu kaufen, wurden besprochen.

Die Delegation des PJ Federal bestätigte ihre Unterstützung für das Projekt zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Maniokmehl, das vom ehemaligen Gouverneur und heutigen Abgeordneten Oscar Herrera Ahuad vorangetrieben wird. Tolosa Paz erklärte, dass „die Abschaffung der Mehrwertsteuer, die Senkung von 10,5 auf Maniokmehl eine Notwendigkeit für die Maniokproduktion hier ist, um Wert am Ursprung zu schaffen“. Darüber hinaus verpflichteten sie sich, den Notstand in der Yerba-Mate-Produktion aufrechtzuerhalten, einer Schlüsselaktivität in der Provinz.

Laut Misiones Opina wurde auch über die Möglichkeit gesprochen, ein Finanzierungssystem zu entwickeln, das sich an der brasilianischen virtuellen Geldbörse PIX orientiert, um die Nutzer vor Wucher bei Ratenzahlungen zu schützen.

Der Bruch mit Rovira und die neuen Allianzen

Passalacqua brach vor einigen Wochen seine politische Partnerschaft mit Carlos Rovira. Am 3. August 2026 trat er aus der Partei Encuentro Misionero aus, die von Rovira gegründet wurde. Der Gouverneur nahm Änderungen in seinem Kabinett vor, baute seinen politischen Tisch neu auf und übernahm die Kontrolle über die nationalen Abgeordneten und Senatoren der Provinz. Senatorin Sonia Rojas Decut stellte sich auf die Seite von Passalacqua, und im Abgeordnetenhaus schlossen sich die vier Vertreter (Herrera Ahuad, Arrúa, Ruiz und Vancsik) hinter den Gouverneur und werden einen eigenen Block bilden.

Laut La Política Online besteht die Möglichkeit, dass die Fraktion von Innovación Federal (zu der die Misioneros, Salteños, ein Formoseño und ein Puntano gehören) mit den Abgeordneten aus Catamarca zusammenfließt, die Raúl Jalil unterstehen. Sollte diese Fusion zustande kommen, würde die Regierung die Unterstützung eines weiteren verbündeten Gouverneurs verlieren.

Offene Fragen: PASO und Zentralbankreform

Eines der Themen, das offen blieb, war die Abschaffung der PASO (Vorwahlen). Die peronistische Delegation wollte ausloten, ob sie mit der Unterstützung der sechs misionischen Abgeordneten rechnen kann, um die Vorwahlen zu erhalten, aber es gab keine Entscheidungen. Es wurde auch über die Reform der Satzung der Zentralbank (BCRA) gesprochen, mit der Absicht, Änderungen wie die Verwendung von Reserven für REPO einzuführen, ein Mechanismus, der in früheren Krisen eingesetzt wurde, um KMU bei der Zahlung von Löhnen zu helfen.

In Pressestatements kritisierte Guillermo Michel die Führung der nationalen Regierung und erklärte, dass das Ziel „der Aufbau einer Alternative für 2027 sein muss, die diese nationale Regierung beendet, die die Argentinier verarmt“.

Strategie für 2027

Das Treffen ist Teil der Strategie der Gruppe Parque Norte, die am 1. Mai gegründet wurde und eine „Alternative mit nationaler Agenda“ außerhalb des Streits zwischen La Cámpora und dem MDF von Axel Kicillof aufbauen will. Laut La Nación erkundet die Gruppe auch Annäherungen an den Gouverneur von Salta, Gustavo Sáenz, und an die Abgeordnete aus Córdoba, Natalia de la Sota.

Das Foto von Passalacqua mit dem PJ Federal sendet eine klare Botschaft an die Casa Rosada über seine Distanzierung von den Positionen, die der misionische Block unter Rovira vertrat. Misiones, das in den ersten beiden Regierungsjahren ein Verbündeter der Regierung war, positioniert sich nun als möglicher Partner der Opposition für 2027.

Quellen: Infobae, La Nación, Misiones Opina, La Política Online, Primera Edición