Eine tiefe Trauer hat die Mapuche-Gemeinschaft Aigo im Zentrum der argentinischen Provinz Neuquén erfasst. Dort ist am Montag, dem 17. August 2026, der 26-jährige Cristian Huichaqueo gestorben – an den Folgen einer schweren Hantavirus-Infektion. Der junge Mann lebte in der ländlichen Gegend von Ruca Choroy, etwa 20 Kilometer von der Kleinstadt Aluminé entfernt, und arbeitete in der Landwirtschaft. Sein Tod hat nicht nur seine Familie, sondern die gesamte Region erschüttert.
Ein Leben in der Natur und ein plötzlicher Tod
Cristian war in der Gemeinschaft gut bekannt und geschätzt. Das Centro de Salud Intercultural Raguiñ Kien sprach sein Beileid aus, ebenso der Lonco (Häuptling) Ricardo Peña. Die Gemeinde Aigo lebt von Landwirtschaft, Viehzucht, Textilhandwerk und Tourismus – ein Leben im engen Kontakt mit der Natur, das auch Risiken birgt.
Sein medizinischer Leidensweg begann am Samstag, dem 15. August, als er mit hohem Fieber (über 38°C), Muskelschmerzen, Atemnot und starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus von Aluminé eingeliefert wurde. Sein Zustand verschlechterte sich rapide, sodass er umgehend in die Intensivstation des Krankenhauses von Zapala verlegt werden musste, wo er künstlich beatmet wurde. Trotz intensiver medizinischer Bemühungen erlitt er einen Herz-Kreislauf-Stillstand und verstarb am Montagmorgen.
Zwei Krankheiten, die die Diagnose erschwerten
Das Labor bestätigte die Infektion mit Hantavirus. Doch die Ärztin Angélica Huglich, Leiterin des Krankenhauses von Aluminé, erklärte: Der Patient litt bereits an Hydatidose (zystischer Echinokokkose) mit großen Zysten in der Leber, die ähnliche Symptome wie Fieber und Bauchschmerzen verursachen. „Die Symptome waren stark mit den großen Zysten vermischt und machten die Situation verwirrend“, so Huglich. Diese Doppelinfektion erschwerte eine frühe Diagnose erheblich.
Behörden handeln: 15 Personen isoliert
Die Gesundheitsbehörden aktivierten sofort einen Notfallplan unter Beteiligung der Epidemiologie, der Krankenhäuser und des interkulturellen Gesundheitszentrums. 15 Kontaktpersonen – darunter Mitbewohner und enge Angehörige – wurden unter Quarantäne gestellt. Huglich betonte, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch nur bei sehr engem Kontakt (weniger als einen Meter Abstand, mehr als 30 Minuten) möglich sei; für Gelegenheitskontakte bestehe kein Risiko.
Zudem wurden in der Wohnung des Verstorbenen Nager und Hühner entdeckt, was auf eine Ansteckung durch eingeatmete Partikel von Nagetier-Ausscheidungen hindeutet. Für die Beerdigung gelten strenge Auflagen: Der Sarg muss geschlossen bleiben, der Körper wird in einer versiegelten Folie transportiert, und es wird von großen Menschenansammlungen abgeraten – ähnlich wie während der COVID-19-Pandemie.
Hantavirus: Was ist das und wie schützt man sich?
Das Hantavirus ist in den Anden- und Vorgebirgsregionen Argentiniens endemisch. Es wird hauptsächlich durch das Einatmen von kontaminiertem Staub aus Urin, Speichel oder Kot infizierter Nagetiere (vor allem der Langschwanzmaus) übertragen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist unter normalen Bedingungen selten. Die Krankheit kann zu schweren Lungenschäden führen.
Die Gesundheitsbehörden erinnern an wichtige Schutzmaßnahmen:
- Wohnung sauber halten, Müll abdecken und Lebensmittel in verschlossenen Behältern aufbewahren.
- Unkraut in einem Radius von mindestens 30 Metern um das Haus entfernen.
- Geschlossene Räume (Schuppen, Holzläger, Ställe) vor dem Betreten mindestens 30 Minuten lüften.
- Boden mit einer Lösung aus 1 Teil Bleichmittel und 10 Teilen Wasser reinigen – niemals trocken fegen.
- Tote Nagetiere nicht anfassen; zugelassene Gifte verwenden und Öffnungen abdichten.
- Beim Campen: Zelt mit Boden und Reißverschluss nutzen, nur auf ausgewiesenen Wegen gehen.
Die Gemeinde Aigo und die gesamte Region trauern um einen jungen, arbeitsamen Mann. „Das ist ein schwerer Schlag für unsere Gemeinschaft“, sagte ein Mitglied der Gemeindeführung. Die Behörden setzen die epidemiologischen Untersuchungen fort und überwachen die isolierten Personen.
Quellen: LM Neuquén · Río Negro · La Voz