NASA beschleunigt den Bau einer Mondbasis
Die NASA forciert den Bau einer Mondbasis in der Nähe des Südpols. Dabei setzt sie auf ein Netzwerk kommerzieller Landemodule, die verschiedene Unternehmen bis 2028 liefern sollen, um eine nachhaltige Präsenz auf der Mondoberfläche zu gewährleisten. Dies teilte die Agentur am 4. August 2026 mit. Der Südpol des Mondes ist von besonderem Interesse, da dort in den Schattenkratern Wassereis vermutet wird, was eine wichtige Ressource für die künftige Versorgung von Astronauten darstellt.
Die erste Phase des Plans erstreckt sich bis 2029 und umfasst mehr als 20 robotische Landungen. Diese Missionen werden wissenschaftliche Instrumente aussetzen, Technologien testen und mit dem Aufbau der erforderlichen Infrastruktur beginnen, bevor die Astronauten eintreffen. Die wiederkehrenden Lieferungen sind Teil der Initiative CLPS (Commercial Lunar Payload Services). Dieses Programm ermöglicht es der NASA, private Unternehmen mit dem Transport von Nutzlasten auf die Mondoberfläche zu beauftragen, was die Missionsfrequenz erhöht, Kosten senkt und das Risiko aufteilt.
Die Unternehmen, die die Herausforderung meistern
- Blue Origin: Entwickelt das Modul Blue Moon MK1 (Mission Endurance), das bereits thermische Vakuumtests im Johnson Space Center durchlaufen hat.
- Firefly Aerospace: Arbeitet an der Mission Blue Ghost 2, die für die Operation auf der erdabgewandten Seite des Mondes (Far side) konzipiert ist. Dies wäre die erste US-Landung in dieser Region.
- Intuitive Machines: Bereitet die Mission IM-3 vor, die die magnetische Anomalie Reiner Gamma erkunden und den Relaissatelliten Altus-1 einsetzen wird.
- Voyager Technologies: Testet das Modul Griffin-1, das den Rover Astrolab FLIP transportieren wird. Eine Mission ist für Ende 2026 geplant.
Das CLPS-Programm und die Logistik
Das CLPS-Programm erlaubt es der NASA, private Firmen für den Transport zur Mondoberfläche zu nutzen. Eine Mondbasis wird nicht durch eine einzige heroische Mission gebaut, sondern durch zuverlässige, wiederholte Lieferungen. Durch die Einbindung der Privatwirtschaft erhofft sich die NASA eine Art Versorgungskette zum Mond aufzubauen.
Die drei Phasen der Mondbasis
Carlos García-Galán, Verantwortlicher für das Moon Base Programm der NASA, betonte, dass sich das Projekt in drei Phasen gliedert, um eine dauerhafte menschliche Präsenz zu sichern:
| Phase | Zeitraum | Ziel |
|---|---|---|
| 1 | Bis 2028 | Zuverlässigkeitstests und Validierung von Technologien. |
| 2 | 2029 - 2032 | Bau der lunaren Infrastruktur. |
| 3 | Ab 2032 | Entwicklung der bewohnbaren Module der Mondbasis. |
García-Galán räumte Verzögerungen im Artemis-Programm (dem übergeordneten Mondprogramm der NASA) ein, die auf technische Probleme und Herausforderungen mit neuen Treibstoffsystemen zurückzuführen sind. Er sieht jedoch im privaten Schub die notwendigen Voraussetzungen, um eine permanente Präsenz auf dem Mond als Vorstufe für die Mission zum Mars zu realisieren.
Wiederverwendung von Technologie
Zudem arbeitet die NASA mit Northrop Grumman an drei Nutzlasten zur Technologiedemonstration. Diese nutzen Hardware für Energie und Avionik, die ursprünglich für das HALO-Modul des Gateway-Programms entwickelt wurde. Das Gateway ist eine geplante Raumstation in der Mondumlaufbahn, die als Zwischenstopp für Missionen dient. Die NASA hat ihre Strategie geändert, um Oberflächenoperationen zu priorisieren, indem Systeme erprobt werden, die die eisige Mondnacht überstehen und extremen Bedingungen widerstehen – ein entscheidender Meilenstein für die Zukunft der Menschheit im Weltraum.