13/06/2026 15:59 - Entretenimiento
Dos periodistas argentinas en un estudio de televisión, una de pelo oscuro con expresión indignada y otra rubia defendiendo su posición, ambiente de programa de espectáculos con micrófonos y luces profesionales
Mario Pergolini ist einer der bekanntesten Fernsehmoderatoren Argentiniens. Er gründete die einflussreiche Produktionsfirma Cuatro Cabezas ("Vier Köpfe") und moderiert heute das Programm Otro día perdido ("Ein weiterer verlorener Tag") auf El Trece, einem der größten Fernsehsender des Landes. In Deutschland wäre er vergleichbar mit Moderatoren wie Stefan Raab oder Günther Jauch – eine prominente Figur, die die Unterhaltungskultur über Jahrzehnte geprägt hat.
Yanina Latorre und María Julia Oliván sind bekannte Journalistinnen im argentinischen Klatsch- und Nachrichtenbereich. In Argentinien ist die "prensa rosa" (rosa Presse) extrem einflussreich, ähnlich wie in Spanien, und TV-Persönlichkeiten haben oft enormen gesellschaftlichen Einfluss.
María Julia Oliván veröffentlichte eine Videoerklärung auf ihrem YouTube-Kanal Border Periodismo. Darin beschrieb sie, wie Pergolini sie während ihrer Arbeitszeit bei Cuatro Cabezas "ohne Zustimmung gegen die Wand drückte" und sich ihr aufdrängte.
Die Journalistin betonte: "Jemanden ohne Zustimmung gegen eine Wand zu drücken, war 1980, 1990, 2000 oder 2020 falsch – es war immer falsch." Sie fügte hinzu, dass Pergolini damals 40 Jahre alt war, nicht etwa ein junger Mann ohne Lebenserfahrung.
Oliván erklärte auch, dass diese Erlebnisse sie dazu brachten, das Fernsehen zu verlassen: "Ich fing an, einen Weg zu suchen, nicht mehr im Fernsehen zu sein, wegen der Folgen."
Der Streit begann, nachdem Pergolini eine emotionale Rede über Gendergewalt in seinem Programm hielt. Anlass war der Femizid an Agostina Vega, einem 14-jährigen Mädchen aus Córdoba (der zweitgrößten Stadt Argentiniens), das von einem Mann ermordet wurde.
Oliván hielt Pergolinis Rede für heuchlerisch, da er sich jetzt als Verfechter der Frauenrechte präsentierte, während sie ihn als Täter sexuelller Belästigung beschrieb.
Hintergrund für deutsche Leser: In Lateinamerika sind Feminizide ein ernstes gesellschaftliches Problem. In Argentinien hat die Bewegung "Ni una menos" ("Keine weniger") große Proteste gegen Gewalt gegen Frauen organisiert. Pergolinis Ansprache war Teil dieser nationalen Debatte.
Yanina Latorre verteidigte Pergolini in ihrem Programm auf El Observador (ein Nachrichtensender): "Leute, so waren alle Journalisten damals. Ich verteidige das nicht. Erinnert euch an die Witze von Marcelo Tinelli, die kurzen Röckchen, Jorge Lanata. Alle waren vor 20 Jahren so."
Latorre argumentierte, dass sich Pergolini verändert habe und heute andere Werte vertritt. Sie erwähnte die Journalistin Evelyn Botto, die jetzt in Pergolinis Programm arbeitet, als Beweis für seinen Wandel.
Über Oliván sagte sie: "Sie ist sehr verbittert. Sie beendet alles schlecht, sie attackiert alle."
Auf X (ehemals Twitter) attackierten sich beide Journalistinnen gegenseitig. Latorre forderte Oliván auf, formelle Anzeige zu erstatten.
Oliván konterte: "Du nennst mich 'Canosa' (Anspielung auf die kontroverse Journalistin Viviana Canosa)... Was würdest du ohne deinen Hass machen? Was ist dein Mehrwert?"
Latorre antwortete mit Anspielungen auf Oliváns Karriere und warf ihr vor, von staatlichen Werbeeinnahmen abhängig zu sein.
"PNT" bedeutet Publicidad No Tradicional – eine in Argentinien verbreitete Praxis, bei der Moderatoren Produkte in ihren Programmen erwähnen und dafür bezahlt werden. Latorre gab zu, "80 PNTs" zu machen, was Oliván als Beweis für ihre Unabhängigkeit kritisierte.
Wichtig: In Argentinien ist die Medienlandschaft stark polarisiert. Viele Sender erhalten staatliche Werbegelder ("pauta oficial"), was häufig zu Debatten über journalistische Unabhängigkeit führt.
Quellen: Big Bang News | Exitoina
Alfredo S. Quiroga
Conspiraciones