13/06/2026 21:19 - Politica
Una persona declarando ante cámaras en un estudio de televisión con expresión seria y preocupada, micrófonos visibles, iluminación de noticiero profesional, fondo institucional azul
Für deutsche Leser ist es wichtig zu verstehen, dass Argentinien seit Jahrzehnten unter strikten Devisenkontrollen leidet. Das SIRA (Sistema Integral de Importaciones y Registro de Actividades) wurde als Mechanismus zur Kontrolle von Importen eingeführt. Unternehmen benötigen staatliche Genehmigungen, um Importe durchzuführen und Zugang zum offiziellen Dollarwechselkurs zu erhalten – der deutlich günstiger ist als der freie Markt.
Genau hier entstand ein Korruptionssystem: Gegen Zahlung von Schmiergeldern sollen Importgenehmigungen beschleunigt worden sein. Der Schaden für den argentinischen Staat wird auf Millionen Dollar geschätzt.
Im Programm «¿La Ves?» des Nachrichtensenders TN erklärte der Finanzier Francisco Hauque, er habe Alberto Fernández (Präsident Argentiniens 2019–2023) persönlich bei verschiedenen Anlässen getroffen. «Er wusste von allem», sagte Hauque über die Korruptionsmachenschaften.
Hauque bestritt, Geschäftspartner von Elías Piccirillo zu sein: «Ich habe ihm nur Geld geliehen», betonte er und bezifferte die Summe auf etwa 3 Millionen US-Dollar. Piccirillo gilt als zentrale Figur im Skandal und wurde während der Ermittlungen in Puerto Madero (ein exklusives Viertel von Buenos Aires) überführt.
Um die Dimensionen zu verstehen, hier die wichtigsten Beteiligten:
| Person | Rolle | Vorwurf |
|---|---|---|
| Alberto Fernández | Ex-Präsident (2019–2023) | Hauque behauptet, er wusste von den Machenschaften |
| Matías Tombolini | Ex-Sekretär für Handel | Wissen um die Operationen |
| Juan Pablo Biondi | Ex-Sekretär für Kommunikation (2019–2021) | Verbindung zwischen den Beteiligten |
| Miguel Ángel Pesce | Ex-Präsident der Zentralbank | Wissen um die Vorgänge |
| Valeria Fernández | Externe Auditorin der Zentralbank | Brachte das «Geschäftsmodell» ein |
| Elías Piccirillo | Unternehmer | Zentrale Figur, angeklagt |
Hauque erklärte, er sei bedroht worden und stehe unter Polizeischutz. «Piccirillo zusammen mit anderen dunklen Sektoren der Macht haben mir Drogen untergeschoben», behauptete er. «In deiner Sendung zu sein, ist wie eine Lebensversicherung», fügte er gegenüber dem Interviewer hinzu.
Die Aussage zeigt, wie gefährlich die Enthüllungen für Hauque sind. In Argentinien ist es nicht ungewöhnlich, dass Whistleblower unter Druck gesetzt werden.
Für argentinische Verhältnisse ist dieser Skandal symptomatisch für ein System, in dem Importlizenzen und Zugang zu günstigen Devisen politisch kontrolliert werden. Der Begriff «ser perejil» (wörtlich: «Petersilie sein») wird in Argentinien für jemanden verwendet, der als Sündenbock dient. Hauque verwendete diesen Ausdruck, um seine und Piccirillos Situation zu beschreiben.
Die Ermittlungen dauern an. Valeria Fernández wurde bereits angeklagt, ebenso wie Elías Piccirillo. Hauque, der ursprünglich als Kläger auftrat, ist nun selbst Beschuldigter.
Quelle: TN (Todo Noticias)
Alfredo S. Quiroga
Conspiraciones