15/06/2026 09:42 - Economia
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Die weltweiten Finanzmärkte reagierten am Montag mit Euphorie auf die Ankündigung des Friedensabkommens zwischen den Vereinigten Staaten und Iran, das mehr als drei Monate Konflikt im Nahen Osten beendet. Die Nachricht wurde von Präsident Donald Trump an dessen 80. Geburtstag bestätigt und umfasst die sofortige Wiedereröffnung der Straße von Hormus, der kritischsten Seeroute für den weltweiten Ölhandel.
Die Straße von Hormus ist eine nur 34 Kilometer breite Meerenge zwischen Iran und der Arabischen Halbinsel. Etwa 20% der weltweiten Ölversorgung passieren täglich diese Route. Für Deutschland, das stark von Energieimporten abhängt, war die Blockade besonders besorgniserregend, da deutsche Raffinerien indirekt von den Preisschwankungen betroffen sind.
Präsident Donald Trump kündigte das Abkommen über sein soziales Netzwerk Truth Social am Sonntag, den 14. Juni 2026 an, passend zu der Feier seines 80. Geburtstags. In seiner Botschaft autorisierte Trump "die uneingeschränkte Öffnung der Straße von Hormus" und die sofortige Aufhebung der US-Blockade.
"Schiffe der Welt, startet eure Motoren. Lasst das Öl fließen!" - Donald Trump, 14. Juni 2026
| Aspekt | Detail |
|---|---|
| Offizielle Unterzeichnung | 19. Juni 2026 in Genf, Schweiz |
| Ausstehende Verhandlungen | 60 zusätzliche Tage für endgültiges Abkommen |
| Vermittler | Pakistan, Katar, Saudi-Arabien und die Türkei |
| Straße von Hormus | Sofortige Wiedereröffnung ohne Gebühren |
| Konfliktdauer | Seit dem 28. Februar 2026 |
| Opfer des Konflikts | Mehr als 3.700 Tote |
Nach Daten von LSEG (London Stock Exchange Group) stürzte das Open Interest in Brent-Rohöl-Futures um fast 17% im bisherigen Jahr 2026 ab – die schnellste Rate seit mindestens 2009. Diese "Kapitalaversion" wurde durch die extreme Volatilität ausgelöst, die durch widersprüchliche Nachrichten über den Krieg im Nahen Osten verursacht wurde.
Jeffrey Currie, ehemaliger Rohstoffchef bei Goldman Sachs und Seniorberater bei Carlyle, erklärte: "Die politische Unsicherheit hat das Öl zu volatil gemacht, um es zu halten. Der Rückgang des Open Interest im Jahr 2026 ist der schlechteste, der bis heute verzeichnet wurde."
Open Interest bezeichnet die Gesamtzahl der offenen Terminverträge (Futures), die noch nicht glattgestellt wurden. Ein starker Rückgang zeigt, dass Investoren Positionen auflösen und sich aus dem Markt zurückziehen – oft ein Zeichen für große Unsicherheit.
Die Internationale Energieagentur (IEA) koordinierte während des Konflikts die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven. Japan steuerte zusätzlich 90 Millionen Barrel bei. Die Bestände in Cushing (Oklahoma) lagen bei 21,6 Millionen Barrel, nahe dem kritischen Niveau von 20 Millionen.
Strategische Ölreserven sind staatliche Notfallbestände, die in Krisenzeiten zur Stabilisierung der Märkte eingesetzt werden können.
Analysten warnen, dass die vollständige Normalisierung Monate dauern könnte. Stephen Innes von SPI Asset Management betonte: "Die Wiedereröffnung von Hormus ist ein Sicherheitsventil, keine vollständige Friedensdividende." Die Märkte müssen die Lücke zwischen der Ankündigung und der effektiven Umsetzung des Abkommens berechnen.
Die US-Notenbank (Federal Reserve) wird am Donnerstag ihre Entscheidung über die Zinsen bekanntgeben. Die Märkte schreiben mehr als 98% Wahrscheinlichkeit zu, dass sie diese unverändert lässt, laut Daten von CME FedWatch. Der Ölpreisrückgang verringert das Inflationsrisiko und gibt der Fed Spielraum, ihre Haltung beizubehalten.
Die Bank of Japan wird am Dienstag möglicherweise eine Zinserhöhung auf 1% ankündigen – der höchste Stand seit mehr als 30 Jahren.
Niedrigere Ölpreise könnten die Inflation in Europa dämpfen und der EZB mehr Flexibilität bei der Geldpolitik geben. Deutsche Importeure profitieren von günstigeren Energiepreisen, was sich positiv auf die Wirtschaft auswirken könnte.
Quellen: Infobae | Infobae Märkte | Ámbito | Reuters | AFP
Alfredo S. Quiroga
Conspiraciones