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Erdbeben-Katastrophe in Venezuela: 164 Tote und fast 1000 Verletzte

25/06/2026 12:05 - Internacionales

Eine historische Tragödie in Südamerika

Venezuela, ein Land im Norden Südamerikas am Karibischen Meer, erlebt eine der schlimmsten Katastrophen seiner Geschichte. Am Mittwoch, den 24. Juni 2026, trafen zwei extrem starke Erdbeben das Land mit nur 39 Sekunden Abstand zueinander.

Für unsere internationalen Leser: Caracas ist die Hauptstadt und größte Stadt Venezuelas mit etwa 3 Millionen Einwohnern. La Guaira ist ein wichtiger Küstenstaat nördlich von Caracas, wo sich der Hauptflughafen des Landes befindet.

Was bedeutet die Magnitude?

Die Richterskala misst die Stärke von Erdbeben logarithmisch. Ein Beben der Stärke 7,0 ist etwa 10-mal stärker als eines der Stärke 6,0. Erdbeben ab Stärke 7,0 gelten als „groß“ und können schwere Schäden verursachen.

Der Geologe Eduardo Malagnino schätzt, dass die freigesetzte Energie vergleichbar mit 260 Atombomben wie in Hiroshima ist. Eine unvorstellbare Zerstörungskraft, die sich auf das Land konzentrierte.

Die betroffenen Regionen

CaracasHauptstadt, Gebäudeeinstürze in den Vierteln Los Palos Grandes und Altamira
La GuairaAm stärksten betroffen, viele eingestürzte Gebäude
YaracuyEpizentrum nahe der Stadt San Felipe
EntfernungEtwa 200 km von Caracas zum Epizentrum

Wichtige Infrastruktur: Der internationale Flughafen Simón Bolívar in der Nähe von Caracas erlitt strukturelle Schäden und stellte den Betrieb ein.

Wichtige Daten im Überblick

Magnitude7,2 und 7,5
Zeitabstand39 Sekunden
Tiefe10-20 km (flach)
Uhrzeit18:04 Ortszeit
Tote164
Verletzte971
VermissteÜber 22.000 gemeldet

Was ist ein „seismisches Doublet“?

Ein seismisches Doublet ist ein seltenes Phänomen, bei dem zwei Erdbeben ähnlicher Stärke kurz nacheinander am selben Ort auftreten. Im Gegensatz zu Nachbeben (die schwächer sind), haben beide Beben beim Doublet eine vergleichbare Energie.

Warum ist das so gefährlich? Die Gebäude, die das erste Beben überstanden haben, werden durch das zweite, fast gleichzeitig folgende Beben endgültig geschwächt und stürzen ein. Die Energie wird nicht über einen längeren Zeitraum verteilt, sondern konzentriert in kürzester Zeit freigesetzt.

Internationale Solidarität

Die internationale Gemeinschaft reagiert schnell auf die Katastrophe:

Deutschland

Angebot von bis zu 6 Militärflugzeugen A400M für Hilfstransporte.

Spanien

54 Rettungskräfte der Militäreinheit UME bereits unterwegs.

El Salvador

300 Rettungskräfte und 50 Tonnen Ausrüstung.

Argentinien: Präsident Javier Milei und Außenminister Pablo Quirno boten sofortige humanitäre Hilfe an. Laut argentinischem Außenministerium wurden keine argentinischen Bürger unter den Opfern gemeldet.

Vatikan: Papst Leo XIV. sendete eine Soforthilfe von 100.000 Euro.

Vereinigte Staaten: Präsident Donald Trump erklärte: „Die Vereinigten Staaten sind bereit, willens und fähig zu helfen.“

Menschliche Schicksale

Die Nachricht hat auch Auswirkungen auf die venezolanische Gemeinschaft im Ausland. Mónica Dragón, eine in La Plata, Argentinien lebende venezolanische Schriftstellerin, beschrieb die Qual des Wartens: „Es war furchtbar... meine Kinder weinten entsetzlich.“

Eine Webseite namens Desaparecidos Terremoto Venezuela meldete über 22.000 Vermisste, von denen bisher nur 996 gefunden wurden.

Wissenschaftliche Erklärung

Die Erdbeben entstanden an der Boconó-Verwerfung, einer der aktivsten geologischen Störungen Venezuelas. Diese Verwerfung bildet die Grenze zwischen der Karibischen Platte und der Südamerikanischen Platte.

Nach Angaben des Geologischen Instituts Spaniens (IGME-CSIC) hatte sich über 100 Jahre Energie in dieser Störzone angesammelt, bevor sie sich in diesen zwei fast gleichzeitigen Ereignissen entlud.

Hintergrund: Wo liegt Venezuela?

Venezuela befindet sich im Norden Südamerikas, grenzt im Osten an den Atlantik und im Norden an das Karibische Meer. Das Land hat etwa 28 Millionen Einwohner und ist bekannt für seine Ölreserven, die zu den größten der Welt gehören.

Caracas liegt in einem Tal am Fuße des Avila-Gebirges, etwa 15 km von der Küste entfernt. Die Stadt ist anfällig für Erdbeben, da sie in einer seismisch aktiven Zone liegt.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

Alfredo S. Quiroga