29/06/2026 22:44 - Tecnologia
Die Astronauten der Expedition 74 an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) bereiten sich auf einen Notfall-Weltraumausstieg vor, um eine Störung am Canadarm2 zu beheben. Dieser hochentwickelte Roboterarm wurde von der Kanadischen Weltraumagentur (CSA) entwickelt und ist für den reibungslosen Betrieb der Station absolut unverzichtbar.
Der Ausfall dieses Systems ist besonders kritisch, da der Canadarm2 das einzige Instrument an Bord der ISS ist, das ankommende Frachtschiffe wie Dragon und Cygnus autonom erfassen und andocken kann.
Der Canadarm2 – offiziell als Mobile Servicing System (MSS) bezeichnet – wurde im April 2001 während der Mission STS-100 des Space Shuttles Endeavour zur ISS gebracht. Er stellt eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Canadarm dar, der bei den Space Shuttle-Missionen eingesetzt wurde.
Der Ausfall des Canadarm2 stellt eine ernsthafte Bedrohung für den operativen Betrieb der ISS dar. Ohne funktionstüchtigen Roboterarm können keine automatisierten Andockmanöver mit Frachtschiffen durchgeführt werden – das bedeutet, die Versorgung der Station mit Nahrung, Ersatzteilen und wissenschaftlichen Experimenten wäre gefährdet.
Ein Notfall-Weltraumausstieg (EVA = Extravehicular Activity) erfordert umfangreiche Vorbereitungen:
Die Internationale Raumstation (ISS) ist das größte internationale Kooperationsprojekt in der Geschichte der Menschheit. Beteiligt sind die Weltraumagenturen aus fünf Ländern und Regionen: NASA (USA), Roscosmos (Russland), ESA (Europa), JAXA (Japan) und CSA (Kanada).
| Parameter | Wert |
|---|---|
| Umlaufbahnhöhe | ca. 400 km |
| Orbitale Geschwindigkeit | 27.600 km/h |
| Umlaufzeit | 90 Minuten um die Erde |
| Kontinuierliche Besatzung seit | November 2000 |
Seit der ersten Stammbesatzung im November 2000 war die ISS niemals unbemannt – sie ist damit das am längsten kontinuierlich bewohnte Bauwerk im All.
Eine Extravehicular Activity (EVA) – im Deutschen „Weltraumausstieg“ genannt – gehört zu den gefährlichsten Aufgaben, die Astronauten bewältigen müssen. Sie arbeiten im vakuum des Weltraums unter extremen Bedingungen:
Trotz dieser Herausforderungen bleiben EVA-Operationen unverzichtbar für Wartung und Weiterentwicklung der ISS.
Quellen: NASA, Canadian Space Agency (CSA), Infobae América
Alfredo S. Quiroga