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Manuel Adorni tritt von YPF-Direktorium zurück nach Rücktritt als Kabinettschef

02/07/2026 03:11 - Politica

Der vollständige Rückzug aus dem öffentlichen Sektor

Manuel Adorni hat seinen Rücktritt vom Direktorium von YPF offiziell gemacht. In einem Brief an den Präsidenten des Ölunternehmens, Horacio Marín, informierte er über seine Entscheidung, das Amt als Titular-Direktor der Klasse A niederzulegen. Dieser Schritt schließt den Prozess der vollständigen Ablösung des ehemaligen Funktionärs von allen seinen öffentlichen Ämtern ab.

Was ist YPF?

YPF S.A. (Yacimientos Petrolíferos Fiscales) ist das größte Energieunternehmen Argentiniens. Es eine Aktiengesellschaft mit hybrider öffentlich-privater Struktur, bei der der argentinische Staat A-Klasse-Aktien besitzt, die ihm eine Vertretung im Direktorium sichern. Das Unternehmen ist für die Energieversorgung des Landes von strategischer Bedeutung.

Kontext des Vermögensskandals

Adorni trat am 27. Juni 2026 als Kabinettschef zurück, nach drei Monaten juristischer Kontroversen. Der Bundesstaatsanwalt Gerardo Pollicita untersucht Vermögensbewegungen, die einen fragwürdigen Anstieg von 775% seines Vermögens zeigten.

Zu den untersuchten Elementen gehören:

  • 245.000 USD in Schwarzzahlungen für Renovierungen in Indio Cuá laut Aussagen von Matías Tabar
  • 500.000 USD in nicht deklarierten Kryptowährungen
  • Millionenausgaben mit Kreditkarten öffentlicher Angestellter
  • Immobilientransaktionen mit Hypotheken von Privatpersonen

Die Rolle des Kabinettschefs

Die Jefatura de Gabinete (Kabinettschef) ist in Argentinien eine Schlüsselposition, vergleichbar mit einem Stabschef oder Minister ohne Geschäftsbereich. Diese Rolle koordiniert die Ministerien und verwaltet die Beziehungen zwischen der Exekutive und dem Parlament.

Adorni nahm seinen Sitz im YPF-Direktorium als Vertreter des Staates ein, eine Position mit beträchtlicher Vergütung innerhalb des sogenannten "Juego de la silla" (Stuhlspiel) der staatlichen Direktorien.

Die Verteidigung von Javier Milei

Präsident Javier Milei verteidigte Adorni öffentlich nach dessen Rücktritt: "Ich vertraue weiterhin auf Adornis Unschuld. Er ist eine ehrliche Person", erklärte er im Gespräch mit La Nación+.

Milei kritisierte eine "Logik der vorgezogenen Verurteilung": "Hat sich die Justiz bereits dazu geäußert? Gibt es ein Urteil? Nun denn. Was soll das, Leute zu verurteilen und hinzurichten, bevor die Justiz sich äußert?"

Wer ist Javier Milei?

Javier Milei ist ein argentinischer Ökonom und Politiker, der im Dezember 2023 als Präsident Argentiniens sein Amt antrat. Bekannt für seine libertären Ideen und seinen unkonventionellen Stil, hat er tiefgreifende wirtschaftliche Reformen angekündigt.

Über die Gründe des Rücktritts war Milei kategorisch: "Angesichts von Situationen, in denen Manuels Kinder angegriffen wurden, entscheidet Manuel, einen Schritt zurückzutreten, weil er seine Familie nicht weiter gefährden kann".

Die vom Präsidenten aufgezählten Errungenschaften

Milei wies zurück, dass Adorni ein Regierungsproblem dargestellt habe, und zählte die legislativen Errungenschaften während seiner Amtszeit auf:

Errungenschaft Beschreibung
Abkommen EU-Mercosur Handelsabkommen zwischen Europäischer Union und dem südamerikanischen Wirtschaftsblock
Schuldenregelung mit Holdouts Lösung der langjährigen Schuldenkrise mit ausländischen Gläubigern
Arbeitsmarktmodernisierung Reformen zur Flexibilisierung des Arbeitsmarktes
Steuerliche Unschuld Programm zur Regularisierung von Steuerdelikten
Gletschergesetz Umweltschutzgesetz für Gletschergebiete
Senkung der Strafmündigkeit Änderung des Strafrechts für Jugendliche

"Das sind Dinge, die nicht einmal Militärregierungen geschafft haben. Und wir haben es in drei Monaten geschafft", betonte Milei.

Nächste Schritte

Diego Santilli nahm am 30. Juni 2026 sein Amt als neuer Kabinettschef in einer Zeremonie im Salón Blanco der Casa Rosada an. Der ehemalige Innenminister steht nun vor der Herausforderung, die Regierungsführung zu reorganisieren, während der Rechtsfall gegen Adorni vor dem Bundesgericht unter Staatsanwalt Pollicita weiterläuft.

Quellen zufolge könnte sich das Direktorium von YPF am Mittwoch der kommenden Woche versammeln, um den Rücktritt förmlich anzunehmen und zu definieren, wer den Platz des ehemaligen Kabinettschefs einnehmen wird.

Quelle: Infobae

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