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Russland vor schlimmster Treibstoffkrise seiner Geschichte durch ukrainische Angriffe

02/07/2026 04:28 - Internacionales

Die ukrainische Strategie trifft das russische Energieherz

Der Krieg zwischen Russland und der Ukraine hat eine neue strategische Phase erreicht. Seit mehreren Monaten haben die ukrainischen Streitkräfte ihre Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur intensiviert, einschließlich Ölraffinerien auf russischem Territorium und auf der annektierten Halbinsel Krim. Diese Taktik verursacht, was Experten des amerikanischen Forschungszentrums Energy Intelligence als "die schlimmste Treibstoffkrise in der Geschichte Russlands" bezeichnen.

Laut Daten der Agentur Reuters ist die Benzinproduktion in Russland um 25% als Folge dieser Angriffe zurückgegangen. Aktuell produziert das Land nur 85.000 Tonnen Benzin pro Tag, während der Verbrauch im Sommer auf 110.000 Tonnen täglich steigt, was ein signifikantes Defizit verursacht, das bereits an Tankstellen im gesamten russischen Territorium spürbar ist.

📊 Daten der Krise

  • Produktionsrückgang: 25%
  • Tagesproduktion: 85.000 Tonnen
  • Tagesverbrauch: 110.000 Tonnen
  • Im Mai angegriffene Raffinerien: 16
  • Regionen mit Beschränkungen: zwischen 40 und 78

🎯 Im Juni 2026 angegriffene Raffinerien

  • 📍 Moskau
  • 📍 Nischnekamsk
  • 📍 Tjumen
  • 📍 Wolgograd

Putin erkennt erstmals Treibstoffknappheit an

Am 28. Juni 2026 hat der russische Präsident Wladimir Putin erstmals öffentlich die Existenz einer "gewissen Treibstoffknappheit" anerkannt. Die Politikwissenschaftlerin Margarita Sawadskaja vom Finnischen Institut für Internationale Angelegenheiten betrachtet dies als bedeutend: "Putin war gezwungen, offen zuzugeben, dass das Problem existiert. Und vor allem bezeichnete er seine Ursache: die ukrainischen Drohnenangriffe".

Nach Schätzungen des russischen Wirtschaftsportals RBC bestehen bereits Beschränkungen beim Treibstoffverkauf in 40 Regionen Russlands. Das Portal Wjorstka erhöht diese Zahl jedoch auf 78 Regionen, was auf ein viel ernsteres Problem hindeutet als offiziell zugegeben.

Die Entwicklung der ukrainischen Angriffe

Christina Harward, Expertin des Institute for the Study of War in Washington, erklärt, dass die Ukraine bereits 2025 versuchte, Raffinerien anzugreifen. Der Unterschied in diesem Jahr liegt jedoch darin, dass "sowohl die Quantität als auch die Qualität ihrer Drohnen erheblich zugenommen hat. Sie hat ihre Reichweite verbessert und zudem in den letzten Monaten gezielte Anstrengungen unternommen, um die russischen Luftabwehrsysteme zu lokalisieren und zu zerstören".

Die Angriffe beschränken sich nicht auf Raffinerien. Die ukrainischen Streitkräfte haben auch die Schläge gegen die Versorgungsrouten der russischen Armee nahe der Front intensiviert, bei Zielen zwischen 20 und 200 Kilometern hinter den Frontlinien. Harward weist darauf hin, dass es Berichte gibt, wonach Soldaten im Gebiet von Huljajpole und der Region Saporischschja weniger Treibstoff, weniger Munition und weniger Vorräte insgesamt erhalten. Auch in der Region Donezk werden zunehmende Probleme bei der Lieferung von Artilleriemunition und sogar Aufklärungsdrohnen registriert.

Die Krim: Der schwache Punkt Russlands

Seit dem 26. Juni 2026 gilt der Notstand auf der Krim und in Sewastopol, der von den von Moskau eingesetzten Behörden nach einer Reihe ukrainischer Angriffe verhängt wurde, die Treibstoff- und Lebensmittelknappheit auf der Halbinsel verursachten.

Der britische Historiker Mark Galeotti, emeritierter Professor am University College London, erklärt, dass die Ukraine die Krim als "schwachen Punkt Russlands" identifiziert hat. "Es ist extrem schwierig, die Versorgung mit Treibstoff, Energie, Wasser und allen anderen notwendigen Ressourcen aufrechtzuerhalten. Daher erwartet man, dass durch erhöhten Druck auf die Krim Putin gezwungen wird, ernsthafte Friedensverhandlungen aufzunehmen".

Die Krim-Brücke, die kürzlich Ziel ukrainischer Angriffe war, stellt eine wichtige Versorgungsroute sowohl für die Armee als auch für die Zivilbevölkerung dar. Wenn es der Ukraine gelänge, sie vollständig zu zerstören, würde dies laut Harward "wirklich eine der wichtigsten logistischen Arterien Russlands durchtrennen".

Kann Putin zu Verhandlungen gezwungen werden?

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Angriffe auf Treibstoffdepots und Raffinerien als "mittel- und langfristige Sanktionen" bezeichnet, die darauf abzielen, Moskau an den Verhandlungstisch zu zwingen. Galeotti warnt jedoch davor, dass die Gefahr besteht, dass diese Strategie eine Eskalation durch Putin provoziert.

Eskalationsoptionen, die Putin in Betracht ziehen könnte:

  • Mobilisierung hunderttausender Reservisten (politisch unpopulär)
  • Entsendung der 150.000 Rekruten an die Front, die noch nicht eingesetzt wurden
  • Einsatz taktischer Nuklearwaffen (als sehr unwahrscheinlich erachtet)

Galeotti kommt zu dem Schluss, dass es derzeit "keinen Grund gibt zu behaupten, dass die russische Wirtschaft am Rande des Zusammenbruchs steht, dass die Bevölkerung für einen Massenaufstand bereit ist oder dass ein Staatsstreich unmittelbar bevorsteht". Er bezweifelt jedoch auch, dass Russland den aktuellen Kriegsaufwand noch viel länger aufrechterhalten kann.

📖 Kontext: Die strategische Bedeutung von Treibstoff im Krieg

Treibstoff ist eine kritische Ressource für jede moderne Militäroperation. Panzer, gepanzerte Fahrzeuge, Versorgungslastwagen und Flugzeuge benötigen große Mengen an Treibstoff. Eine Unterbrechung der Versorgung kann Offensiven lähmen, Truppenbewegungen verhindern und die Reaktionsfähigkeit auf feindliche Angriffe einschränken. Die ukrainische Strategie, Raffinerien und Versorgungsrouten anzugreifen, zielt genau darauf ab, die russische Logistik zu schwächen, ohne großflächige direkte Konfrontationen führen zu müssen.

Quelle: Deutsche Welle

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

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