02/07/2026 09:53 - Economia
Fast ein Jahrzehnt lang vertrat die SEC (Securities and Exchange Commission), die US-Börsenaufsichtsbehörde, eine strikte Haltung: Fast alle Token wurden als Wertpapiere betrachtet. Doch am 23. März 2026 vollzogen die SEC und die CFTC (Commodity Futures Trading Commission, die US-Terminmarktaufsichtsbehörde) einen historischen Kurswechsel mit einer neuen interpretativen Verordnung über Krypto-Assets. Dieser Wandel erkennt an, dass die meisten Krypto-Assets an sich keine Wertpapiere sind, und bringt ein Licht der Hoffnung und Klarheit für Investoren und Entwickler weltweit.
Diese neue Vorschrift ist das Ergebnis der Arbeit der Crypto Task Force, die im Januar 2025 gegründet wurde, und ersetzt den alten regulatorischen Rahmen aus dem Jahr 2019. Das Hauptziel ist es, Innovation zu fördern und Anleger zu schützen, indem man die kritisierte Einzelfall-Regulierung aufgibt und stattdessen klare, vorhersehbare Regeln einführt.
Für ein besseres Verständnis hat die SEC das Krypto-Universum in fünf grundlegende Kategorien unterteilt, die das digitale Asset von dem Anlagevertrag trennen, dem es unterliegen könnte:
Ihr Wert ergibt sich aus dem Funktionieren des Systems sowie Angebot und Nachfrage, nicht aus den Managementbemühungen Dritter. Beispiele: Bitcoin (BTC), Ether (ETH), Solana (SOL), XRP, Dogecoin (DOGE). Diese gelten nicht als Wertpapiere.
Entworfen zum Sammeln oder Verwenden (Kunst, Musik, Memes). Ihr Wert hängt von Seltenheit und Beliebtheit ab. Beispiele: CryptoPunks, Fan Tokens. Sie sind keine Wertpapiere, ihre Fraktionierung könnte jedoch als solche gelten.
Erfüllen praktische Funktionen (Mitgliedschaften, Tickets). Sie sind oft nicht übertragbar, und ihr Wert liegt in ihrem Nutzen. Beispiele: Domains des Ethereum Name Service (ENS).
Konzipiert, um einen stabilen Wert gegenüber einem Referenz-Asset zu halten. Stablecoins, die gemäß dem GENIUS Act ausgegeben werden, sind keine Wertpapiere.
Digital repräsentierte Finanzinstrumente. Diese gelten als Wertpapiere, unabhängig davon, ob sie auf einer Blockchain existieren oder außerhalb davon.
Die Verordnung klärt auf, dass ein Krypto-Asset, das kein Wertpapier ist, dennoch Gegenstand eines Anlagevertrags sein kann (was es zu einem registrierungspflichtigen Wertpapier macht). Dies geschieht, wenn ein Emittent eine Geldanlage in ein gemeinsames Unternehmen fördert und Gewinne durch die Managementbemühungen Dritter verspricht. Das klassische Beispiel hierfür sind Initial Coin Offerings (ICO) – vergleichbar mit einem Börsengang, jedoch für Krypto-Projekte.
Wenn das Projekt jedoch Dezentralisierung erreicht oder der Emittent das Projekt aufgibt, trennt sich das Asset vom Anlagevertrag und ist kein handelbares Wertpapier mehr, selbst wenn die Verantwortung für die anfänglich nicht registrierte Verkaufsphase bestehen bleibt.
Die SEC äußerte sich auch zu vier gängigen Praktiken und gab an, dass diese keine Registrierung erfordern:
Analyse von María Victoria Busnadiego von der Kanzlei Estudio Garrido Abogados, veröffentlicht am 1. Juli 2026. Originalquelle: abogados.com.ar
Alfredo S. Quiroga