08/07/2026 21:22 - Economia
Während das ganze Land den historischen Aufholjagd-Sieg der argentinischen Nationalmannschaft gegen Ägypten am 7. Juli 2026 feierte, erlebte eine Gruppe von Arbeitern von Metalfor eine sehr andere Realität. Das Agrarmaschinenunternehmen mit Hauptsitz in Marcos Juárez (Provinz Córdoba) hatte seinen Arbeitern erlaubt, um 12:00 Uhr früher zu gehen, um das Spiel zu schauen. Doch genau in diesem Moment nutzte die Firma die Gelegenheit, um 35 Kündigungstelegramme an die Mitarbeiter ihres Werks in Noetinger (das bisher 146 Arbeiter beschäftigte) zu senden.
Wie Medien wie La Nación und Infobae berichteten, durchlebt Metalfor eine schwere Liquiditätskrise. Eine Woche zuvor, am 2. Juli 2026, hatte das Unternehmen ein Präventives Krisenverfahren (PPC) beim Arbeitsministerium von Córdoba eingeleitet, aufgrund von Rückständen bei der Lohnzahlung seiner 600 direkten Mitarbeiter.
Das PPC ist ein rechtlicher Mechanismus, der den dreiseitigen Dialog zwischen Unternehmen, Gewerkschaft und Staat ermöglicht, um Kosten zu senken und Massenentlassungen zu vermeiden. Die Parteien haben bis zum 15. Juli 2026 Zeit, um eine Einigung zu erzielen.
1974 von Luis Dadomo in El Fortín gegründet und 1993 nach Marcos Juárez verlegt, ist Metalfor ein Referenzunternehmen für selbstfahrende Pflanzenschutzspritzen. Im Jahr 2017 wurde das Unternehmen von der ebenfalls aus Córdoba stammenden Firma Bertotto Boglione übernommen. Im ersten Quartal 2026 war der Verkaufsrückgang deutlich: 56 Einheiten gegenüber 116 im gleichen Zeitraum des Jahres 2025, und die Produktion sank von 86 auf 38 Maschinen.
Um die Situation zu retten, hatte Metalfor Ende 2025 einen Meilenstein erreicht: Es war das erste argentinische Unternehmen, das ein Darlehen der US-amerikanischen Internationalen Entwicklungsfinanzierungsgesellschaft (DFC) in Höhe von 50 Millionen USD mit einer Laufzeit von acht Jahren erhielt. Das makroökonomische Umfeld und der Einbruch des Sektors verschlangen diese finanzielle Erleichterung jedoch letztendlich.
Trotz des harten Schlags für die 35 Entlassenen arbeiten die Gewerkschaft UOM von Bell Ville und die Arbeitsbehörden intensiv daran, vor dem 15. Juli eine Einigung zu erzielen. Das Hauptziel ist es, die 600 direkten Arbeitsplätze, die noch bestehen, zu erhalten. Man sucht nach Umstrukturierungsmechanismen, die es der traditionsreichen Firma ermöglichen sollen, dieses Tief zu überwinden und wieder zu einem Motor der argentinischen Agrarindustrie zu werden.
Alfredo S. Quiroga