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Mileis Plan für 2027: Wahlstrategie und wirtschaftliche Stabilität

13/07/2026 03:38 - Politica

Das politische Schachbrett reaktiviert sich nach dem WM-Fokus

Während das Land leidenschaftlich die Qualifikation der argentinischen Nationalmannschaft für das Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026 feiert, richtet die Regierung von Javier Milei ihren Blick bereits auf den Wahlhorizont von 2027. Laut dem Medium Infobae wird die Regierungspartei nach der Fußballeuphorie damit beginnen, grundlegende Schritte für die Wiederwahl des Präsidenten zu definieren.

Der Kabinettschef, Guillermo Francos, erklärte, dass Mileis Wiederwahl 'notwendig und möglich' sei. Um dies zu erreichen, treibt die Partei 'La Libertad Avanza' (LLA) die Abschaffung der sogenannten PASO (Primarias, Abiertas, Simultáneas y Obligatorias - offene, gleichzeitige und verpflichtende Vorwahlen) voran, eine Maßnahme, die eine tiefgreifende Veränderung im argentinischen Wahlsystem darstellen würde. Allerdings verfügt die Regierung noch nicht über die erforderlichen 37 Senatoren für die Verabschiedung der Reform, da sie aktuell nur 21 Sitze im Oberhaus (Senat) besitzt.

Verhandlungen und ein argentinischer 'Shutdown'

Um dieses legislative Hindernis zu überwinden, führt der Abgeordnete Diego Santilli Gespräche mit Gouverneuren der traditionellen Parteien UCR (Unión Cívica Radical) und PRO (Propuesta Republicana), um Vereinbarungen zu treffen, die das Vorankommen der Initiative ermöglichen. Gleichzeitig erwägt die Regierung die Einführung eines 'fiskalischen Shutdowns', inspiriert vom US-amerikanischen Modell, aber an die lokale Realität angepasst.

In diesem Rahmen verteidigte Patricia Bullrich einen möglichen Besuch der Nationalmannschaft in der Casa Rosada (Sitz der argentinischen Regierung in Buenos Aires) und argumentierte die Notwendigkeit, Politik und Sport inmitten der nationalen Begeisterung zu trennen.

Ein ermutigendes wirtschaftliches Szenario

Die Wahlstrategie stützt sich auf wirtschaftliche Indikatoren, die eine erhebliche Verbesserung zeigen. Das Länderrisiko fiel auf 402 Punkte, seinen niedrigsten Stand seit April 2018, mit einem Rückgang von 29,4% im bisherigen Jahr 2026. Der Wirtschaftsminister, Luis Caputo, legte einen Plan vor, um eine Schuld von 24.000 Millionen US-Dollar bis Ende 2027 zu decken, wobei bereits 6.000 Millionen US-Dollar über REPO-Geschäfte mit 10 Banken umfinanziert wurden.

Die Zentralbank (BCRA) startete einen Schutzschild an Maßnahmen, um den Druck auf den Dollar im Vorfeld der Wahlen zu containieren. Die Aktionen umfassen Interventionen im Terminmarkt und den Verkauf von dollar-verknüpften Anleihen mit einer geschätzten Feuerkraft von 20.000 Millionen US-Dollar. Das Ziel ist es, den offiziellen Dollar stabil um 1.515 argentinische Pesos zu halten.

1,8%

Inflation CATA Juni 2026

3,5%

Wachstumsprognose (IWF)

32 Pts

Wahlabsicht für Milei (interne Umfragen)

Die 'Atomdiplomatie' für den produktiven Sprung

Über die kurzfristigen Zahlen hinaus setzt die Regierung auf eine strukturelle Transformation mit der sogenannten 'Atom- und Energie-Diplomatie'. Diese Strategie basiert auf dem Export von Kernreaktoren und zielt darauf ab, die argentinische Produktionsmatrix zu diversifizieren, in eine Liga der Hochtechnologie einzutreten und vor allem den sehnlichst erwarteten 'Investment Grade' (Investitionsgrad) zu erreichen, wodurch die 'Schrottpapiere' (Junk-Bonds) hinter sich gelassen werden. Der Plan stützt sich auf die Verbindungen zum Weißen Haus und den positiven Eindruck des Wirtschaftsplans durch den IWF.

Die Aussichten sind herausfordernd, aber optimistisch. Mit einer Wirtschaft, die Anzeichen einer Erholung zeigt, und der Fußballillusion im Überfluss sucht die Regierung Milei nach Möglichkeiten, den Schwung zu nutzen, um ihr Projekt bis 2027 zu konsolidieren.

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Alfredos Kolumne Alfredo S. Quiroga

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