14/07/2026 06:14 - Politica
Der argentinische Präsident Javier Milei hat seine Wahlstrategie für das Jahr 2027 aktiviert. Ein Hauptziel der Regierung ist die Abschaffung der sogenannten PASO (Simultane und Obligatorische Offene Vorwahlen), einem besonderen Merkmal des argentinischen Wahlsystems. Momentan verfügen sie jedoch nur über 21 Senatoren im Oberhaus, während 37 Stimmen für die Verabschiedung erforderlich wären.
Um dieses Hindernis zu überwinden, verhandelt der Kabinettschef, Diego Santilli, intensiv mit verschiedenen Provinzgouverneuren. Minister Guillermo Francos betonte kürzlich, dass Mileis Wiederwahl sowohl „notwendig als auch möglich“ sei. Darüber hinaus prüft die Regierung die Implementierung eines angepassten „Shutdowns“ der Staatsausgaben, ähnlich dem US-Modell, aber zugeschnitten auf die wirtschaftliche Realität Argentiniens.
Die argentinische Zentralbank (BCRA) hat ein Maßnahmenpaket mit einer beeindruckenden Feuerkraft von 20 Milliarden US-Dollar geschnürt, um den Wechselkurs des Dollars bei 1.515 argentinischen Pesos zu stabilisieren. Das argentinische Länderrisiko (Country Risk) verzeichnete eine deutliche Verbesserung und fiel auf 402 Basispunkte.
Im Inland lag die Inflation laut den Beratern der Abgeordneten (CATA) im Juni bei lediglich 1,8 %, während der Internationale Währungsfonds (IWF) ein Wirtschaftswachstum von 3,5 % prognostiziert. Der Finanzplan der Regierung sieht vor, bis 2027 24,9 Milliarden USD abzudecken.
Laut internen Umfragen würde Milei einen Zustimmungswert von 32 Punkten erreichen, während sein Hauptkonkurrent, der Gouverneur der Provinz Buenos Aires, Axel Kicillof, bei 27 Punkten liegt.
Auf internationaler Ebene treibt die Regierung die sogenannte „Atomdiplomatie“ voran. Dabei handelt es sich um einen ehrgeizigen Plan zum Export von Kernreaktoren, der darauf abzielt, Argentinien auf der globalen Energielandkarte zu positionieren und das lang ersehnte „Investment Grade“ (Investitionsstatus) zu erreichen.
„Die Wiederwahl von Milei ist notwendig und möglich“, bekräftigte Guillermo Francos und unterstrich damit den zuversichtlichen Optimismus der Regierung im Hinblick auf die kommenden Wahlen.
Alfredo S. Quiroga