16/07/2026 10:14 - Economia
Der jüngste Bericht des INDEC (dem nationalen Statistikinstitut Argentiniens) bestätigte, dass die Inflation im Juni 2026 bei 1,9 % lag und damit erstmals seit 10 Monaten die 2 %-Marke durchbrach. Diese positiven Daten wirken sich direkt auf die Prognosen des Devisenmarktes aus.
In Argentinien gibt es verschiedene Wechselkurse. Der offizielle Großhandelsdollar (für Importeure und Exporteure) liegt aktuell bei 1.471,50 ARS, nach einem Rückgang von 10,50 ARS an einem Tag – dem größten Rückgang seit dem 30. April. Bei der Banco Nación (der größten staatlichen Bank) liegt der Kurs bei 1.495 ARS, während der sogenannte Dólar blue (der inoffizielle Schwarzmarktkurs, der für viele Touristen relevant ist) bei 1.520 ARS notiert.
Der Deckel der vereinbarten Währungsbande liegt derzeit bei 1.816 ARS, was einen Abstand von rund 24 % zum aktuellen Wert des offiziellen Dollars bedeutet. Durch die monatliche Indexierung mittels Crawling Peg (einer schrittweisen, kontrollierten Abwertung der Währung) wird dieser Deckel jedoch weiter aufsteigen.
Unter Berücksichtigung der Inflationsprognosen der REM (Umfrage zu Markterwartungen) der BCRA (Zentralbank von Argentinien), die 2 % für Juli und 1,8 % für August schätzen, könnte das Abrutschen des Wechselkurses den Deckel der Bande Ende August auf etwa 1.880 ARS ansteigen lassen.
Trotz dieser nominalen Erhöhung des Deckels wird der reale Abstand zwischen dem offiziellen Dollar und dem Limit der Bande groß bleiben, was den Druck auf die Kurse verringert und die Vorhersehbarkeit des Marktes begünstigt.
Das Szenario der Stabilität wird durch die soliden Reserven der BCRA gestützt, die einen Schutzschild von USD 20.000 Millionen aufrechterhält. Kürzlich kaufte die BCRA an einem einzigen Tag USD 532 Millionen, was den höchsten Kaufbetrag des Jahres in der Ära Milei darstellt. Dies zeigt die Stärke der Währungsbehörde, um bei Bedarf zu intervenieren.
Zudem liegt das Länderrisiko Argentiniens bei 402 Punkten, und der IWF (Internationaler Währungsfonds) prognostiziert ein Wachstum von 3,5 % für die argentinische Wirtschaft. Am 27. Juli 2026 wird der erwartete Besuch der IWF-Direktorin Kristalina Georgieva stattfinden.
Das Durchbrechen der 2 %-Inflationsmarke und die Anhäufung von Reserven in der Zentralbank sind klare Signale dafür, dass der Wirtschaftsplan weiterhin Früchte trägt und ein Szenario der Stabilität und des nachhaltigen Wachstums für die kommenden Monate projiziert.
Alfredo S. Quiroga