20/07/2026 10:55 - Economia
Der Finanzmarkt befindet sich in großer Euphorie und Erwartung vor einer möglichen und bevorstehenden Verbesserung der Kreditwürdigkeit der argentinischen Verschuldung. Alle Blicke richten sich auf Moody's, eine der drei wichtigsten Ratingagenturen weltweit, die in den kommenden Tagen eine Heraufstufung des Landes erwägen könnte.
Laut Fachmedien wie iProfesional und BAE Negocios wird erwartet, dass Moody's ein Upgrade von 'Caa1' auf 'B3' vornehmen wird. Diese Maßnahme würde es ermöglichen, die argentinische Bewertung an die der anderen Agenturen anzugleichen, nach den kürzlichen Heraufstufungen durch Fitch (am 5. Mai 2026) und S&P Rating (am 10. Juni 2026), die die Note auf 'B-' angehoben hatten.
Es ist eine Note, die internationale Agenturen einem Land geben, um anzuzeigen, wie sicher es ist, ihm Geld zu leihen. Eine bessere Note (ein Upgrade) bedeutet, dass mehr Vertrauen herrscht, dass das Land seine Zahlungen leisten wird. Dadurch können mehr Investoren aus der ganzen Welt die Dollar-Anleihen (Staatsschuldtitel in US-Dollar) Argentiniens kaufen.
Es ist ein Indikator, der das Risikoniveau einer Investition in einem Land misst. Derzeit liegt das argentinische Länderrisiko bei rund 405 Basispunkten. Ein Rückgang bedeutet mehr Vertrauen und ermöglicht dem Land, sich zu niedrigeren Zinsen zu verschulden. Analysten schätzen, dass es unter 400 Punkte fallen könnte, ein Niveau, das seit April 2018 nicht mehr zu sehen war.
Verschiedene Finanzberatungsfirmen sind sich einig, dass das Bild äußerst ermutigend ist. Für Delphos Investment reagiert Argentinien normalerweise 'mit Verzögerung' (lag) auf die Ratingagenturen, d.h. die Anleihepreise reagieren auf die Nachricht, anstatt sie vorherzusehen. Daher könnte die Ankündigung einen weiteren Rally (Preisanstieg) auslösen.
Der Analyst Martín Genero projeziert, dass eine Konvergenz des Länderrisikos in Richtung der Zone von 300 Basispunkten spektakuläre Gewinne für die in Dollar denominierten Staatsanleihen bedeuten würde:
| Anleihe | Geschätzter Gewinn |
|---|---|
| Bonar 2035 (AL35) | 6,8 % |
| Bonar 2041 (AL41) | 6,6 % |
| Global 2046 (GD46) | 6,4 % |
| Global 2041 (GD41) | 6,4 % |
| Bonar 2038 (AE38) | 6,0 % |
| Global 2035 (GD35) | 5,9 % |
Der Analyst Gustavo Ber weist darauf hin, dass die Anleihen mit der längsten Laufzeit (2035, 2038 und 2041) am meisten profitieren würden. Im Aktienbereich wären die großen Protagonisten die Banken, wie die Banco Macro und die Grupo Financiero Galicia, mit möglichen Steigerungen von rund 5 %, da sie Staatstitel in ihren Portfolios halten und eine Erhöhung ihres Vermögens sehen würden.
Auf lokaler Ebene verzeichnete der S&P Merval (der wichtigste Aktienindex in Argentinien) moderate Rückgänge im Zusammenhang mit einem Kuponschnitt (corte de cupón, das Aussetzen von Zinszahlungen auf bestimmte Titel), obwohl Energieaktien wie YPF (das staatliche Erdölunternehmen) Steigerungen von 3,42 % verzeichneten. Auf dem Parallelmarkt wird der sogenannte Dólar Blue (der inoffizielle Wechselkurs auf dem Schwarzmarkt, der für Touristen oft relevant ist) mit rund 1.530 ARS gehandelt, während der offizielle Dollar bei nahe 1.500 ARS (argentinische Pesos) liegt.
Auf internationaler Ebene hat die Wiederaufnahme von Kampfhandlungen im Nahen Osten zu einem Anstieg der Ölpreise geführt, wobei ein Fass WTI bei 74,64 USD und Brent bei 79,36 USD (US-Dollar) notiert. Diese Auswirkung hatte jedoch keinen wesentlichen Einfluss auf die wichtigsten Märkte, und die lokalen Analysten behalten einen positiven und mittelfristigen Fokus für die argentinische Wirtschaft bei.
Alfredo S. Quiroga