22/07/2026 15:21 - Politica
Am 19. Juli 2026 verlor die argentinische Nationalmannschaft mit 1:0 gegen Spanien im Finale der Weltmeisterschaft 2026, das in New York ausgetragen wurde. Von diesem Moment an und laut einem Bericht der Beratungsagentur Ad Hoc Digital wurden zwischen dem 11. Juni und dem 20. Juli etwa 2,7 Millionen Erwähnungen in sozialen Netzwerken registriert, die das Land des Rassismus, der Schiedsrichterbevorzugung (unter den Begriffen 'ArgenFIFA' und 'abgekartetes Turnier') und des sportlichen Betrugs beschuldigten.
Internationale Persönlichkeiten wie der Schauspieler Samuel L. Jackson, die Sängerin Rosalía - die sich später entschuldigte -, die Künstlerin Patti Smith und die US-Abgeordnete Jasmine Crockett verstärkten diese Kritik und erzeugten eine feindselige Stimmung gegenüber Argentiniern auf Plattformen wie X und TikTok.
Am 22. Juli 2026 entschied sich Präsident Javier Milei, sich zu dem Thema zu äußern. Über sein X-Konto veröffentlichte er einen Satz, der dem ehemaligen britischen Premierminister Winston Churchill zugeschrieben wird: 'Hast du Feinde? Gut. Das bedeutet, dass du irgendwann in deinem Leben für etwas eingestanden bist'. In einem Postskriptum stellte Milei klar, dass einige behaupten, das Zitat stamme von Victor Hugo und Churchill habe es lediglich 'aktualisiert'.
Zudem teilte der Präsident auf Instagram ein Bild mit einer Landkarte Argentiniens, die in den himmelblauen und weißen Landesfarben bemalt war, begleitet von der Botschaft: 'Jetzt wird die Welt sehen, wohin ein Land voller Argentinier gelangen kann'.
Wie Infobae berichtete, interpretierte die Regierung dieses Phänomen als Teil eines 'Kulturkampfes'. Milei teilte Beiträge von libertären Referenzfiguren, wie dem Unternehmer Martín Varsavsky und dem Wirtschaftsberater Felipe Núñez, die die sportliche Kritik mit dem internationalen Widerstand gegen das Wirtschaftsmodell der Regierung in Verbindung brachten.
Der Politikwissenschaftler Agustín Laje von der Fundación Faro analysierte die Situation und beschuldigte den Kirchnerismus, Diskurse validiert zu haben, die Argentinien als rassistisch darstellten. Er zitierte René Descartes, um das Ereignis als Ausdruck von 'Neid' auf das Land zu definieren.
Im Gegensatz zu den viralen Videos von Angriffen versicherte der argentinische Botschafter in Spanien, Wenceslao Bunge Saravia, dass es an den konsularischen Vertretungen keine polizeilichen Meldungen über Angriffe auf argentinische Einwohner gegeben habe. In Erklärungen gegenüber Radio Mitre wies er darauf hin: 'Wir haben nicht eine einzige Mitteilung, nicht eine einzige Erklärung über Angriffe. Auf der Straße sehen wir das nicht'. Er bat darum, die sportliche Rivalität nicht außerhalb des Spielfelds zu tragen, und hob die brüderliche Verbindung zwischen den beiden Nationen hervor.
Alfredo S. Quiroga