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Ex-Chef der Finanzaufsichtsbehörde warnt: Ermittlungen gegen Adorni wegen Geldwäsche möglich

14/06/2026 09:09 - Politica

Edificio del Palacio de Justicia de Buenos Aires con banderas argentinas ondeando, representando el Poder Judicial. Primer plano de documentos legales con una lupa sobre declaraciones juradas. Atmósfera seria y profesional que refleja una investigación judicial en curso sobre irregularidades patrimoniales.

Justiz untersucht drastischen Vermögenszuwachs von Manuel Adorni

In der argentinischen Politik tobt ein Sturm um Manuel Adorni, den offiziellen Sprecher der Präsidentschaft. Wie verschiedene Medien berichten, schließt ein ehemaliger Leiter der UIF (Unidad de Información Financiera) nicht aus, dass gegen den Regierungsbeamten wegen Geldwäsche ermittelt wird. Dies resultiert aus Unregelmäßigkeiten in seiner Vermögensklärung.

Für deutsche Leser ist wichtig zu verstehen: Die UIF ist Argentiniens Behörde zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung, vergleichbar mit der Funktion der Financial Intelligence Unit (FIU) in Deutschland. Der zuständige Richter Ariel Lijo untersucht nun den enormen Sprung im Vermögen von Adorni: von 20 Millionen Pesos auf angeblich 944 Millionen Pesos innerhalb eines kurzen Zeitraums. Der Beamte räumte bereits ein, 500.000 US-Dollar in seinen Pflichterklärungen verschwiegen zu haben, was Fragen nach der Herkunft dieses Geldes aufwirft.

Die Zahlen im Fokus

  • Ursprünglich erklärtes Vermögen: 20 Millionen Pesos
  • Aktuelles Vermögen: 944 Millionen Pesos
  • Eingeräumtes Verschweigen: 500.000 USD
  • Unterschriften im Abgeordnetenhaus: 120 (Quorum benötigt 129)
  • Benötigte Stimmen im Senat: 37 für eine Zensur

Die Verteidigungslinie

Berichten zufolge hat Adorni vor Gericht erklärt, dass der Vermögenszuwachs auf ein Familienerbe zurückgehe. Zudem führte er die nicht deklarierten 513.000 US-Dollar auf Bitcoin-Investitionen zurück, die er zwischen 2013 und 2018 getätigt haben soll.

Die offizielle Version betont, dass keine Unregelmäßigkeiten vorlägen und alle Informationen ordnungsgemäß deklariert worden seien.

Politische Folgen: Ein Misstrauensantrag im Kongress

In Argentinien hat der Kongress (das Parlament) die Möglichkeit, Minister oder hohe Regierungsbeamte zu „zensieren“, also öffentlich zu tadeln oder deren Entlassung zu fordern, wenn diese sich unglaubwürdig gemacht haben.

Die Opposition sammelt weiterhin Unterschriften für eine Moción de Censura (Zensurantrag). In der Abgeordnetenkammer (Cámara de Diputados) wurden bereits 120 Unterschriften gesammelt; für das notwendige Quorum werden 129 benötigt.

Vizepräsidentin Victoria Villarruel rief für den 18. Juni 2026 zu einer Parlamentssession (Labor Parlamentaria) auf. Das Peronismo, die größte oppositionelle Kraft unter Führung von José Mayans, reichte einen Antrag ein, um Adorni binnen 7 Tagen zu befragen und in derselben Sitzung über die Zensur abzustimmen.

Im Senat benötigt die Opposition 37 Stimmen für eine erfolgreiche Abstimmung. Politische Beobachter vermuten Verhandlungen mit verbündeten Kräften, wie etwa Senatoren der Provinz Misiones oder gemäßigten Peronisten.

Haltung der nationalen Regierung

Quellen aus der Casa Rosada (dem Amtssitz des argentinischen Präsidenten) zufolge hält Präsident Javier Milei weiterhin zu seinem Sprecher. Es gibt Berichte über einen alternativen Plan: Sollte der Kongress Adorni tatsächlich absetzen, könnte Milei ihn theoretisch per Dekret erneut ernennen.

Der Abgeordnete Oscar Zago spekulierte dennoch, dass Adornis Rücktritt vor dem 23. Juni unvermeidbar sei. Die Medienberichterstattung ist zunehmend negativ: Die Erwähnungen mit negativem Kontext stiegen laut Studien von 135.000 auf 323.000.

Hintergrund: Die politische Lage

Präsident Javier Milei, ein libertärer Ökonom, gewann die Wahlen 2023 in einer Stichwahl gegen den Peronismus. Diese Situation ist entscheidend, um die politischen Mehrheiten im Kongress zu verstehen, wo seine Partei „La Libertad Avanza“ nicht über die absolute Mehrheit verfügt und auf wechselnde Allianzen angewiesen ist.

Quellen

Informationen basierend auf Berichten verschiedener argentinischer Medien. Die rechtlichen Schritte werden von Richter Ariel Lijo und Staatsanwalt Gerardo Pollicita geleitet.

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