18/06/2026 16:26 - Internacionales
Juez español golpeando mazo en tribunal con documentos del caso Plus Ultra al frente
Richter José Luis Calama von der Audiencia Nacional (dem spanischen Nationalgericht für schwere Straftaten und Verbrechen mit internationalem Bezug) hat eine weitreichende Entscheidung getroffen: Auf Antrag der Antikorruptionsstaatsanwaltschaft wurden Alba und Laura Rodríguez Espinosa, die Töchter des ehemaligen spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodríguez Zapatero, sowie dessen langjährige Privatsekretärin Gertrudis Alcázar offiziell als Beschuldigte geführt.
Zapatero war von 2004 bis 2011 Ministerpräsident Spaniens (PSOE, Spanische Sozialistische Arbeiterpartei). Er regierte während der Finanzkrise und ist bis heute eine einflussreiche Figur in der spanischen Politik. Seine Amtszeit war von progressiven Reformen geprägt.
Der Fall dreht sich um Ermittlungen wegen möglicher Einflussnahme und Geldwäsche im Zusammenhang mit staatlichen Rettungsgeldern von 53 Millionen Euro für die spanische Fluggesellschaft Plus Ultra. Die Behörden prüfen, ob illegale Provisionen für die Vermittlung dieser öffentlichen Hilfen gezahlt wurden und wie diese Gelder möglicherweise über komplizierte Firmengefleichte verschleiert wurden.
Laut Bericht von El Mundo (einer der größten spanischen Zeitungen) betrachtet der Richter die Töchter des Ex-Regierungschefs aufgrund ihrer formalen Position als Verwalterinnen der Gesellschaft Whathefav als möglicherweise in den Fall verwickelt.
Der Gerichtsbeschluss hebt hervor, dass Alba und Laura Verwalterinnen der Gesellschaft Whathefav sind. Die Ermittler stufen diese Gesellschaft als 'Instrumentalgesellschaft' ein – ein Unternehmen, das eigens gegründet wurde, um Zahlungen zu empfangen, die angeblich für Zapateros Vermittlungstätigkeiten geleistet wurden.
In Deutschland vergleichbar mit einer Briefkastengesellschaft, die primär der Geldverschleierung dient.
Bezüglich Gertrudis Alcázar weist der Richter darauf hin, dass ihre Tätigkeit sie in eine dritte Ebene des Netzwerks platziert: Sie führte direkte Anweisungen des Ex-Präsidenten aus. Berichten der Udef (Unterstützungseinheit der spanischen Polizei) zufolge war sie für die Koordination und Erstellung von Dokumenten zuständig, die den Transaktionen des Netzwerks einen formalen Anschein verliehen.
In derselben Entscheidung lehnte der Richter andere beantragte Maßnahmen ab. So wurde der Antrag abgelehnt, den ehemaligen Verkehrsminister José Luis Ábalos, seinen Berater Koldo García und einen Funktionär der SEPI (staatliche Holding für Industrieunternehmen) als Beschuldigte vorzuladen. Auch die Anordnung einer Sicherheitsleistung für Plus Ultra wegen unbezahlter Schulden wurde verweigert – der Richter klärte, dass der Fokus der Ermittlung nicht das verwaltungsrechtliche Rettungsverfahren ist, sondern mögliche strafbare Handlungen, die dieses beeinflusst haben könnten.
In Kürze werden Termine für die Aussagen der neu benannten Beschuldigten festgelegt.
Alfredo S. Quiroga