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Skandal um die „Notizbücher der Schmiergelder“: Zeugen enthüllen, wie Unternehmer Bargeld aus öffentlichen Bauvorhaben abschöpften

26/06/2026 09:33 - Judiciales

Neue Enthüllungen im Prozess um die „Cuadernos de las Coimas“

In einer neuen Anhörung des Prozesses um die Notizbücher der Schmiergelder (Cuadernos de las Coimas) präsentierte die Anklage Aussagen von Mitarbeitern der ARCA (ehemalige AFIP, die argentinische Steuerbehörde), die die Mechanismen detaillierten, die von untersuchten Unternehmern genutzt wurden, um Bargeld aus öffentlichen Bauverträgen abzuschöpfen. Diese Verträge wurden während der Regierungszeiten der Kirchner-Regierungen vergeben. Cristina Kirchner, ehemalige Präsidentin Argentiniens, befindet sich unter den Hauptbeteiligten in diesem Justizverfahren.

Die entdeckten Operationen umfassten die Beauftragung von als „nicht vertrauenswürdig“ eingestuften Lieferanten, die Ausstellung von Rechnungen zweifelhafter Konsistenz ohne echte Gegenleistung sowie den Kauf von Dollar in bar, die an Bevollmächtigte von temporären Unternehmenszusammenschlüssen (UTE) übergeben wurden.

Die untersuchten Unternehmen

Zu den untersuchten Firmen gehören:

  • Isolux - Auftragnehmerin für das Wärmekraftwerk Río Turbio
  • Fainser
  • Sacde (ehemals IECSA)
  • Esuco

Alle bildeten UTEs (Uniones Transitorias de Empresas) für spezifische Infrastrukturprojekte.

Der Fall Isolux und die Umleitung nach Andorra

Im Jahr 2007 wurde Isolux der Bau des Wärmekraftwerks Río Turbio für über 2.000 Millionen Pesos zugesprochen. Mitarbeiter der ehemaligen AFIP deckten auf, dass ein Teil der Gelder über Vermittler in New York auf Konten der Privatbank Andorra umgeleitet wurde.

„Man informierte uns, dass das Geld über einen Vermittler in New York zur Privatbank Andorra geleitet wurde. Bis dorthin reichte unsere Untersuchung“, erklärte eine der Zeuginnen.

Der Mechanismus der Geldabschöpfung

Beim Erhalt von Vorauszahlungen oder Teilzahlungen des Staates beauftragten die Unternehmen Lieferanten, die Rechnungen ohne nachweisbare Gegenleistung ausstellten. Diese Ausgaben wurden buchhalterisch als gewöhnliche Geschäftsausgaben im Zusammenhang mit dem Bauwerk erfasst, was den Abfluss von Geldern ohne dokumentarische Unterstützung ermöglichte.

Zeugen und vorgelegte Dokumente

Die Zeugen dieses Tages beantworteten Fragen zu Dokumenten des Organs, die bisher durch das Steuergeheimnis geschützt waren. Sie erschienen vor dem Bundesstrafgerichtshof 7 (Tribunal Oral Federal 7):

  • Verónica Iglesias
  • Carlos Alberto Stafforini
  • María Marta Criscuolo
  • Diego Quintas
  • Fernando Francisco Lerendegui
  • Pedro Alfredo Puyo

Nächste Anhörung

Für Dienstag, 30. Juni sind geladen: María Eugenia Matilde Lanza, Jimena De La Torre, José Luís Giordano, Marcelo Pablo Costa und Eliseo Devoto. Die vorgelegten Dokumente enthielten vertrauliche Informationen, die selbst den Beschuldigten unbekannt waren, und stützen die Anklage unter der Leitung der Staatsanwältin Fabiana León.

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