26/06/2026 15:38 - Judiciales
Wie die argentinische Zeitung Clarín berichtet, hat Bundesrichter Ariel Lijo die Erhebung zur mündlichen Verhandlung in der Untersuchung wegen mutmaßlicher Geldwäsche gegen den ehemaligen Buchhalter von Cristina Fernández de Kirchner angeordnet. Der Beschuldigte ist mit dem Bestechungsschema verbunden, das in den berühmten Notizbüchern von Oscar Centeno dokumentiert wurde.
Die "Notizbücher der Schmiergelder" stellen eine der größten Korruptionsuntersuchungen in der argentinischen Geschichte dar. Der Fall brach 2018 aus, als der Fahrer Oscar Centeno Notizbücher enthüllte, in denen er detailliert angebliche Schmiergeldzahlungen an Beamte der Kirchner-Regierung zwischen 2005 und 2015 notiert hatte.
Die Aufzeichnungen enthielten Namen, Beträge, Daten und Orte der mutmaßlichen Bestechungsgelder, hauptsächlich im Zusammenhang mit öffentlichen Bauwerken. Der Skandal involvierte Dutzende von Geschäftsleuten und Beamten, einschließlich Cristina Kirchner selbst.
Cristina Fernández de Kirchner war Präsidentin Argentiniens von 2007 bis 2015. Sie folgte ihrem verstorbenen Ehemann Néstor Kirchner nach und dominierte die argentinische Politik über ein Jahrzehnt. Derzeit ist sie Vizepräsidentin des Landes und verfügt über bedeutenden politischen Einfluss. Mehrere Gerichtsverfahren laufen gegen sie, was in Argentinien zu intensiven politischen Debatten führt.
Der Bundesrichter Ariel Lijo ist in mehreren hochkarätigen Fällen tätig. Er ist bekannt für seine unabhängige Haltung und bearbeitet derzeit auch die Vermögensuntersuchung gegen den Kabinettschef Manuel Adorni.
Die "Cuadernos de las Coimas" haben mehrere abgeleitete Fälle generiert, die mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten im Bundesgerichtssystem voranschreiten. Unternehmen wie Isolux, Fainser, Sacde/IECSA und Esuco gehören zu denjenigen, die wegen mutmaßlicher Manipulationen zur Extrahierung von Geldern aus öffentlichen Bauwerken untersucht werden.
Die nächste Anhörung des mündlichen Prozesses vor dem Bundesstrafgericht 7 (Tribunal Oral Federal 7) ist für den 30. Juni 2026 angesetzt, wo die Zeugenaussagen in diesem Fall fortgesetzt werden, der die argentinische Politik weiterhin in Atem hält.
Geldwäsche ist der Prozess, bei dem illegal erworbene Gelder in den legalen Finanzkreislauf eingebracht werden. Im Kontext dieses Falls werden die angeblichen Schmiergelder aus öffentlichen Bauprojekten durch komplexe Finanztransaktionen "gereinigt", um ihre illegale Herkunft zu verschleiern.
Quelle: Clarín - Política
Alfredo S. Quiroga