01/07/2026 04:52 - Salud
Datum: 30. Juni 2026
Die Antarktis, bekannt für ihre extremen Lebensbedingungen, könnte der Schlüssel zur Bekämpfung einer der aggressivsten Krebsarten sein. Ein Forschungsteam der University of South Florida (USF) hat einen bakteriellen Wirkstoff identifiziert, der mit sogenannten Seescheiden (Ascidien) assoziiert ist. Diese Organismen, im südamerikanischen Raum oft "chorlitos marinos" genannt, produzieren Giftstoffe zur Selbstverteidigung, die im Laborversuch Krebszellen von Melanomen eliminierten, ohne menschliche gesunde Zellen zu schädigen.
Die Nachricht wurde vom renommierten argentinischen Medium La Opinión Austral verbreitet, einer Referenz in der Region Patagonien, die traditionell die Wissenschafts news über den weißen Kontinent verfolgt, da Argentinien eines der Hauptzugangsländer zur Antarktis ist.
Bill Baker, Chemieprofessor und Mitglied des Forschungsteams, betonte die Bedeutung dieser Entdeckung: "Der Wirkstoff hat den Krebs bei Mäusen beseitigt, ohne ihre allgemeine Gesundheit zu beeinträchtigen. Das deutet darauf hin, dass er physiologische Eigenschaften mit pharmazeutischem Potenzial besitzt." Dies öffnet die Tür zu einer völlig neuen Klasse von Krebsmedikamenten.
Ascidien (Seescheiden) sind wirbellose Meerestiere, die sackförmig aussehen und fest auf dem Meeresboden haften.
Für Wissenschaftler sind sie faszinierend, weil sie über Millionen von Jahren in der Isolation der Antarktis überlebt haben. In dieser rauen Umgebung entwickelten sie komplexe chemische Abwehrmechanismen gegen Fressfeinde – genau diese Chemie ist es, die nun medizinisch genutzt werden könnte.
Das Melanom ist der gefährlichste Hautkrebs. Obwohl er seltener auftritt als andere Hautkrebsarten, ist er für die meisten Todesfälle durch Hautkrebs verantwortlich.
Er neigt dazu, sich schnell im Körper auszubreiten (Metastasierung). Jede neue Behandlungsmöglichkeit, die gesunde Zellen schont, ist daher ein riesiger Fortschritt für die Onkologie.
Der Weg zu dieser Entdeckung war alles andere als einfach. Das Team absolvierte eine sechswöchige Expedition auf der Antarktischen Halbinsel. Die Arbeit erforderte Tauchgänge unter dem Eis und den Einsatz ferngesteuerter Fahrzeuge.
Ben Meister, Verantwortlicher für die Sicherheit bei den Tauchgängen, beschrieb die Herausforderungen: "In der Antarktis muss man mit Eis, wechselnden Meeresbedingungen und begrenzter Sicht umgehen. Jeder Tauchgang balanciert wissenschaftliche Arbeit mit der Sicherheit des Teams aus."
Trotz der Euphorie warnten die Wissenschaftler vor überzogenen Erwartungen. Der Weg zum Medikament ist lang:
Diese Entdeckung zeigt, wie wichtig der Schutz abgelegener Ökosysteme wie der Antarktis ist. Die Natur hält weiterhin unentdeckte Heilmittel bereit, die uns helfen könnten, Krankheiten zu besiegen, die heute noch unheilbar erscheinen.
Quelle: La Opinión Austral
Alfredo S. Quiroga