14/07/2026 22:52 - Economia
Der argentinische Finanzmarkt verzeichnete nach der Zahlung von Staatsschulden durch die argentinische Regierung am vergangenen 9. Juli 2026 einen erheblichen Liquiditätsschub. Wie Medien wie iProfesional und El Destape berichteten, liegt der Gesamtbetrag, der den Anleihegläubigern gutgeschrieben wurde, zwischen 4,3 Milliarden US-Dollar und 4,5 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht fälligen Kapital- und Zinszahlungen für die sogenannten Bonares (AL) und Globales (GD).
Kontext für ausländische Investoren: In Argentinien bezieht sich die 'City' auf das Finanzzentrum von Buenos Aires. Bonares sind Anleihen nach argentinischem Recht, während Globales nach ausländischem Recht begeben werden. Das 'Länderrisiko' (Country Risk) misst die Prämie, die ein Land für seine Schulden im Vergleich zu einem risikofreien Asset zahlen muss.
Diese Zahlung stärkt die Zuverlässigkeit des Landes gegenüber den Märkten. Während die Regierung hoffte, dass eine hohe Reinvestition die Preise für festverzinsliche Wertpapiere ankurbeln und das Länderrisiko unter 400 Punkte senken würde, nahm ein Teil der Mittel einen anderen Weg. Am Montag, dem 13. Juli, wurde ein Höchststand beim Abfluss von Devisen auf ausländische Konten in Höhe von 212,8 Millionen US-Dollar verzeichnet. Dies geschah vor dem Hintergrund internationaler Erwartungen einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank, was zu Abflüssen aus Schwellenländern führt. Das Länderrisiko lag bei 405 Punkten.
Mit dem Geld auf ihren Konten fragen sich Investoren, wohin sie ihre Dollar lenken sollen. Experten gaben einen Überblick für jedes Risikoprofil, der sich auf die verfügbaren Chancen konzentriert.
Pablo Lazzati (Insider Finance) und Lisandro Meroi (TSA Bursátil) empfehlen Anleihen mit kürzerer Laufzeit wie AL30 und AL29, oder den AO27 sowie erstklassige Unternehmensanleihen. Um diversifiziert investiert zu bleiben, empfiehlt das Team von PPI Investmentfonds in US-Dollar.
PPI empfiehlt eine ausgewogene Rotation hin zu Provinzanleihen in US-Dollar hoher Qualität. Zwei robuste Titel werden hervorgehoben: CO35 (Provinz Córdoba, Rendite 8,2 %) und SFD34 (Provinz Santa Fe, Rendite 7,4 %), die Schutz bei Stressereignissen bieten.
Um Wert am langen Ende der Kurve zu finden, zielt Lazzati auf AL41 und GD46 ab. PPI sieht Potenzial im GD41 (8,3 % Rendite), während Thiago Marino (IOL) den GD35 hervorhebt, um die Kapitalwertsteigerung zu maximieren.
Im Zuge dieser Entwicklungen kündigte das Finanzsekretariat eine neue Schuldenversteigerung für den 15. Juli 2026 an. Der Schatz wird eine neue zu zeichnende Anleihe in US-Dollar namens AO29 anbieten, mit einem Höchstbetrag von 2.000 Millionen US-Dollar.
Alfredo S. Quiroga