15/07/2026 13:22 - Internacionales
Der Kampf gegen die organisierte Kriminalität in El Salvador hat einen historischen Meilenstein erreicht. Wie lokale Medien wie El Mundo und La Página berichteten, endete am 14. Juli 2026 die einzige offene Anhörung gegen 485 mutmaßliche Anführer der Mara Salvatrucha (MS-13).
Das Verfahren, das vom Sechsten Gericht gegen organisierte Kriminalität in San Salvador durchgeführt wurde, erstreckte sich über mehr als drei Monate und offenbarte die verheerende Auswirkung dieser kriminellen Organisation. Die Generalstaatsanwaltschaft der Republik (FGR) hat für alle Angeklagten die Höchststrafe beantragt, um den Tausenden von Opfern, die unter einem Jahrzehnt des Terrors litten, eine tiefgreifende Wiedergutmachung zu bieten.
Der stellvertretende Staatsanwalt gegen organisierte Kriminalität, Max Muñoz, erklärte, dass die Angeklagten insgesamt 47.000 Anklagepunkte面对. Zu den schwersten Verbrechen gehören 444 Fälle von verschärftem Mord, Erpressung, Menschenhandel, illegaler Drogenhandel und Waffenschmuggel.
Eine der alarmierendsten Erkenntnisse des Prozesses war die Offenlegung, dass die Struktur 1.200 Minderjährige unter 12 Jahren nutzte und 638 Frauen als Menschenhandelsopfer für kriminelle Aktivitäten ausbeutete. Darüber hinaus forderte die FGR eine zivilrechtliche Entschädigung von 9 Millionen Dollar für das Verbrechen der verschärften Erpressung.
Während des Prozesses wurde die Funktionsweise des sogenannten Systems 'válvulas abiertas' (offene Ventile) offengelegt. Dieser Mechanismus bestand laut der Anklage darin, bestimmte Zeiträume zu autorisieren, in denen Bandenmitglieder von ihren Anführern direkte Anweisungen erhielten, um Morde an Zivilisten, Sicherheitskräften, Mitgliedern rivalisierender Banden oder als Verräter geltenden Personen zu begehen.
Um diese Behauptungen zu untermauern, legte die Staatsanwaltschaft eine monumentale Akte vor, die mehr als 650 Audios von Anrufen der Hauptanführer, 22.000 Seiten, Polizeiberichte, Fotoalben, Autopsien und etwa 300 Bescheinigungen umfasst. Es wurde die Bildung von 32 Programmen dokumentiert, von denen 2 im Ausland operierten, sowie 230 'Clicas' (lokale Zellen), die im ganzen Land verteilt waren.
Im Einklang mit diesem Massenprozess informierte die Generalstaatsanwaltschaft von El Salvador am 10. Juli 2026 über die Verurteilung von 97 Mitgliedern der Clica 'Francis Locos Salvatruchos' aus dem Programm Cabañas. Diese Kriminellen, die zwischen 2012 und 2024 in den Bezirken San Isidro und Ilobasco Angst und Schrecken verbreiteten, erhielten Haftstrafen zwischen 25 und 60 Jahren.
Der Leiter des Programms, Víctor Alfonso Arias Rodas (alias 'Anormal' oder 'Infierno'), wurde zu 60 Jahren verurteilt. Andere Ränge wie 'homeboys', 'chequeos' und 'colaboradores' erhielten Strafen von 25 bis 45 Jahren, was einen umfassenden Aufwand zur Zerschlagung aller Hierarchien der Bande demonstriert.
Was ist die MS-13? Die Mara Salvatrucha ist eine transnationale kriminelle Organisation, die in den 1980er Jahren in Los Angeles von mittelamerikanischen Einwanderern gegründet wurde. Mit der Zeit expandierte sie nach El Salvador und andere Länder und entwickelte sich zu einer der gewalttätigsten Banden der Welt, strukturiert in 'Programme' und 'Clicas' (lokale Zellen).
Was ist die 'einzige offene Anhörung'? Es handelt sich um eine prozessuale Figur, die nach Reformen der Strafprozessordnung während des Ausnahmezustands in El Salvador eingeführt wurde. Sie ermöglicht es, mutmaßliche Mitglieder krimineller Strukturen in Massenverfahren zu richten und den Prozess offen zu halten, um neue Angeklagte aufzunehmen, während die Ermittlungen voranschreiten, um die Zeiten der Justiz zu optimieren.
Das Datum, an dem das Gericht das Urteil für die 485 Anführer verkünden wird, wird in den kommenden Tagen bekannt gegeben. Dies weckt in der salvadorianischen Gesellschaft große Erwartungen auf ein exemplarisches Urteil.
Alfredo S. Quiroga