23/07/2026 04:17 - Politica
Der diplomatische Konflikt, in den die Vizegouverneurin Hebe Casado nach ihren Kommentaren über die französische Nationalmannschaft bei der WM 2026 geraten war, hat eine entscheidende Wende genommen. Die Abgeordnetenkammer der Provinz lehnte den Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren endgültig ab und archivierte den Fall. Damit tritt die Kontroverse in eine Phase der Entspannung und des institutionellen Abschlusses.
Die Abstimmung fand am 22. Juli 2026 statt und brachte ein deutliches Ergebnis: 33 Nein-Stimmen, 11 Ja-Stimmen und 3 abwesende Abgeordnete. Die Ablehnung der Initiative wurde von der Fraktion Frente Cambio a Mendoza mit der wertvollen Unterstützung von Libertad Avanza vorangetrieben, während die Opposition, die sich mit dem Partido Justicialista (PJ) und Encuentro Mendocino verbündet hatte, für ein Fortfahren des Prozesses stimmte.
Der Vorfall ereignete sich nach dem Achtelfinalspiel zwischen Paraguay und Frankreich. Casado veröffentlichte auf ihren Social-Media-Kanälen: 'Sehr gut, Paraguay. Das afrikanische Team hat schlechte Manieren. Ich kann Mbappé nicht ausstehen'. Diese Äußerungen lösten in der lokalen und internationalen Politik sofortige Ablehnung aus.
Angesichts der Eskalation entschied sich der Gouverneur von Mendoza, Alfredo Cornejo, für den Dialog und sandte einen Brief an den französischen Botschafter in Argentinien, um den Konflikt zu entschärfen. Er distanzierte sich von den Äußerungen seiner Vizegouverneurin und bezeichnete sie als 'diskriminierend'. Die französische Botschaft verurteilte die Worte ebenfalls und erklärte Casado zur 'persona non grata'. Botschafter Romain Nadal stellte klar: 'Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen'.
Zur Verteidigung behauptete die Vizegouverneurin, ihre Kommentare seien Teil der 'Fußball-Folklore' gewesen, und bestritt jede diskriminierende Absicht. 'Ich habe nichts Rassistisches oder Diskriminierendes gesagt. Warum sollte ich mich korrigieren? Derjenige soll sich korrigieren, der glaubt, Afrikaner zu sein, sei ein Zustand der Unterlegenheit', sagte sie und schob die Kontroverse auf 'politische Korrektheit' und 'Wokismus'.
Der Antrag auf ein Amtsenthebungsverfahren war von dem Anwalt und ehemaligen Nationalsenator Miguel Mathus Escorihuela zusammen mit anderen führenden Politikern der UCR (Unión Cívica Radical) eingereicht worden. Er stützte sich auf Artikel 109 der Verfassung von Mendoza. Das Dokument beschuldigte die Beamtin des 'unangemessenen Verhaltens' und der 'Pflichtverletzung' mit dem Argument, ihre Äußerungen hätten das Ansehen der Institution beschädigt. Da jedoch die erforderliche Mehrheit nicht erreicht wurde, wurde die Anklage de facto abgewiesen.
Artikel 109 der Verfassung von Mendoza besagt, dass der Gouverneur, seine Minister, der Vizegouverneur und andere Beamte wegen Pflichtverletzung oder Fehlverhalten einem Amtsenthebungsverfahren unterzogen werden können. In diesem Fall entschied die Kammer, dass die Vorwürfe keinen Grund für die Einleitung des Verfahrens darstellten.
Parallel zur Legislative erhob der Anwalt Alfredo Guevara eine Klage nach dem Gesetz 23.592 über Diskriminierungsakte. Der Fall wurde zunächst vor der lokalen Justiz verhandelt und ging dann an die Bundesgerichtsbarkeit, wo er weiter geprüft wird.
Mit dieser klaren Ablehnung durch die Legislative hofft die Provinz Mendoza, dieses Kapitel hinter sich zu lassen und ihre Regierungsagenda fortzusetzen, wobei sie Einheit und Dialog in den Vordergrund stellt.
Alfredo S. Quiroga