Der Universitätskonflikt sucht den Weg des Dialogs
Dieser Mittwoch, den 12. August 2026, durchlaufen die staatlichen Universitäten Argentiniens einen 24-stündigen Streik, der von Gewerkschaften einberufen wurde. Inmitten eines komplexen Szenarios könnte eine gerichtliche Lösung näher rücken.
Die Haltung der UBA
Die Universität von Buenos Aires (UBA), die größte und renommierteste öffentliche Hochschule Argentiniens, kündigte an, dass ihre Türen während des Streiks geöffnet bleiben. Der Vizerektor Emiliano Yacobitti betonte, dass die Teilnahme am Streik eine persönliche Entscheidung der Lehrkräfte und Angestellten sei, um die Kontinuität der Lehre und das Recht der Studierenden auf den Unterricht zu priorisieren.
Der Streik wurde von Gewerkschaften wie FEDUN, FAGDUT, FATUN und CONADU Histórica initiiert. Sie fordern die effektive Anwendung des Universitätsgesetzes zur Finanzierung (Ley 27.795), eine Gehaltsanpassung und die Bereitstellung von Mitteln für die Universitätskrankenhäuser.
Die Reaktion der Nationalregierung
Das Ministerium für Humankapital, geleitet von Sandra Pettovello, bestätigte die Einhaltung der Gehaltszusagen und bezeichnete den Streik als politisch und unrechtmäßig. Das Ministerium für Humankapital ist in Argentinien für Soziales, Bildung und Arbeit zuständig.
Laut offiziellen Angaben überwies die Regierung bereits 666.823.011.021 ARS (Argentinische Pesos) für Personalausgaben und Gehaltserhöhungen für Juni sowie 448.544.808.500 ARS für Juli. Zudem wurden Mittel an Universitätskrankenhäuser gesendet, wie z.B. 20.000.000.000 ARS an die UBA. Die nächste Tarifrunde wurde für den 1. September 2026 einberufen.
Die Forderungen der Gewerkschaften
Die Gewerkschaften argumentieren, dass die am 10. Juni unterzeichnete Tarifvereinbarung mit einer Erhöhung von 24,33% nicht ausreicht, um den Kaufkraftverlust aufgrund der hohen Inflation im Land auszugleichen. Sie fordern eine Anpassung von ca. 28,5%, basierend auf den Werten vom November 2023.
Außerdem fordern sie eine außerordentliche Zuwendung von 50.000 Millionen ARS für Universitätskrankenhäuser und erinnern daran, dass das Gesetz 27.795 vor fast 300 Tagen vom Kongress verabschiedet wurde, aber noch nicht vollständig umgesetzt ist.
Gerichtliche Intervention und nächste Schritte
Der Richter Martín Cormick vom Bundesverwaltungsgericht Nr. 11 lud zu einer Anhörung am 21. August 2026 ein, um den Konflikt zu lösen. Diese Initiative ging von der UBA aus und wurde von der Regierung begrüßt. Der Nationale Interuniversitäre Rat (CIN) wird ebenfalls teilnehmen.
Im Juni 2026 ließ der Oberste Gerichtshof (Corte Suprema de Justicia) eine einstweilige Verfügung rechtskräftig werden, die die Regierung zur Anwendung der Gehaltsanpassung und Stipendien des Gesetzes 27.795 verpflichtet. Sollte es keine Einigung geben, plant CONADU Histórica einen weiteren Streik vom 18. bis zum 22. August, den man durch Dialog jedoch hofft zu vermeiden.
Quellen: Ministerium für Humankapital, TN, Infobae und Ámbito.