Ein bittersüßes Debüt für die Löwinnen
Die argentinische Hockey-Nationalmannschaft der Frauen, besser bekannt als Las Leonas (die Löwinnen), hat ihre Reise bei der Hockey-Weltmeisterschaft 2026 mit einem 1:1 gegen die USA begonnen. Das Spiel fand im Belfius Stadium in Belgien statt. Obwohl das Team von Trainer Fernando Ferrara das Spiel dominierte und sechs Kurze Ecken gegen vier der Amerikanerinnen herausholte, gelang es nicht, die Überlegenheit in Tore umzuwandeln.
Das Ergebnis war angesichts des Spielverlaufs unerwartet: Argentinien war deutlich überlegen, traf aber auf eine herausragende Kelsey Bing im Tor der USA, die mit mehreren Paraden zur Spielerin des Spiels avancierte.
So verlief die Partie
Die Begegnung begann mit den USA, die die Initiative ergriffen und nach zwei Minuten eine Kurze Ecke erzwangen, die von der argentinischen Abwehr gut neutralisiert wurde. Die Leonas brauchten einige Minuten, um ins Spiel zu finden, aber in der 11. Minute fiel das erste Tor: María José Granatto startete einen großartigen Lauf über rechts, drang in den Kreis ein und bediente Brisa Bruggesser, eine von zehn WM-Debütantinnen Argentiniens, die am zweiten Pfosten zum 1:0 einschoss.
Im zweiten Viertel drückte Argentinien weiter. In der 18. Minute erhielten sie ihre erste Kurze Ecke, ausgeführt von Agustina Gorzelany (112 Tore in 160 Spielen), aber der Schuss wurde als gefährlich gewertet und annulliert. Als das zweite Tor in der Luft zu liegen schien, kam der Ausgleich der USA: Madeleina Zimmer drang über rechts ein, und in einem Gedränge war es Emma DeBerdine, die den Ball abstaubte und zum 1:1 traf.
Im dritten Viertel wollten die Leonas die Führung zurückerobern. Nach zwei Minuten erzwang der Druck von Zoe Díaz und María Ortiz die zweite Kurze Ecke, aber Gorzelanys Schuss wurde geblockt. Kurz vor dem Pausenpfiff glänzte Bing erneut mit einer Parade gegen einen weiteren Schuss der argentinischen Verteidigerin.
Im letzten Viertel hatte Eugenia Trinchinetti eine Chance, die auf der Linie geklärt wurde, gefolgt von zwei weiteren erfolglosen Kurzen Ecken. Die USA fanden Räume für Konter und hatten im Schlussabschnitt sogar eine Kurze Ecke, die Cristina Cosentino mit dem Handschuh abwehrte.
Daten und Schlüsselspieler
- Brisa Bruggesser: Torschützin für Argentinien und eine von zehn WM-Debütantinnen.
- Kelsey Bing: US-Torhüterin und Spielerin des Spiels mit entscheidenden Paraden.
- Agustina Gorzelany: Führende Spielerin bei den Kurzen Ecken, blieb diesmal ohne Torerfolg.
- Überlegenheit: 6 Kurze Ecken für Argentinien gegen 4 für die USA.
- Neulinge: 10 der 20 argentinischen Spielerinnen feierten ihr WM-Debüt.
Die Gruppe und die nächsten Spiele
Las Leonas spielen in der Gruppe B zusammen mit Deutschland, Schottland und den USA. Nach dem Auftaktunentschieden sieht der weitere Terminkalender wie folgt aus:
| Datum | Gegner | Uhrzeit (Argentinien) |
|---|---|---|
| Montag, 17. August | Deutschland | 12:00 |
| Mittwoch, 19. August | Schottland | 06:00 |
Deutschland, der stärkste Gegner in der Gruppe, startete mit einem deutlichen 3:0-Sieg über Schottland in das Turnier. Die Leonas reisen mit der Hoffnung zum Turnier, die Titel von 2002 in Perth und 2010 in Rosario zu wiederholen, nachdem sie 2022 Vizeweltmeister geworden waren.
Grüße von Lionel Scaloni
Vor dem Turnier sandte Lionel Scaloni, der Trainer der argentinischen Fußballnationalmannschaft der Männer, eine emotionale Botschaft an die Leonas und die Leones (die Herrenmannschaft): Hallo, Leones und Leonas, Trainerteam. Ich wollte euch für diese Weltmeisterschaft alles Gute wünschen. Ich bin sicher, dass ihr unsere Farben ganz nach oben tragen werdet, also schicke ich euch eine dicke Umarmung. Auf geht's, Argentinien. Ihr habt unsere volle Unterstützung.
Das neue WM-Format
Das Turnier, das bis zum 30. August in Wavre (Belgien) und Amstelveen (Niederlande) ausgetragen wird, bringt eine wichtige Neuerung: es gibt keine Viertelfinals. Die besten zwei jeder Gruppe rücken in eine zweite Phase mit Gruppen von vier Teams auf, in der die Ergebnisse aus den direkten Duellen mitgenommen werden. Die ersten beiden jedes neuen Gruppensiegers erreichen das Halbfinale.
Der Kader der Leonas besteht aus 20 Spielerinnen, von denen pro Spiel nur 18 nominiert werden dürfen. Die Ersatzspielerinnen, die in Buenos Aires blieben, sind Ana Luz Dodorico, Sol Lombardo, Victoria Falasco und Lourdes Pisthon.
Die nächste Herausforderung wartet am Montag gegen Deutschland, ein Schlüsselspiel für die argentinischen Ambitionen, mit der idealen Punktzahl in die zweite Phase zu gehen.