Argentinien bereitet sich auf einen historischen Moment vor: Vom 8. bis 11. November 2026 wird Papst Leo XIV. das Land besuchen. Es ist die erste Papstreise nach Argentinien seit dem Besuch von Johannes Paul II. im Jahr 1987. Am Dienstag fand in der Casa Rosada, dem Regierungssitz in Buenos Aires, das erste formelle Koordinationstreffen statt – ein wichtiger Schritt für die Organisation dieses Großereignisses.
Ein Treffen auf höchster Ebene
Die Versammlung wurde von Karina Milei geleitet, der einflussreichen Schwester von Präsident Javier Milei und Generalsekretärin der Präsidentschaft. An ihrer Seite nahmen hochrangige Regierungsvertreter teil:
- Alejandra Monteoliva, Sicherheitsministerin
- Sandra Pettovello, Ministerin für Humankapital
- Pablo Quirno, Außenminister (Kanzler)
- Fabián Fernández, Sekretär für Kommunikation und Presse
- Gabriel Sánchez Zinny, Kabinettschef der Stadtregierung von Buenos Aires
Auf kirchlicher Seite waren der Apostolische Nuntius in Argentinien, Michael Wallace Banach, der Erzbischof von Buenos Aires, Jorge García Cuerva, sowie die Priester Matías Taricco und Máximo Jurcinovic anwesend. Die Runde arbeitete mehrere Stunden lang an den ersten Details der Reise.
Die wichtigsten Punkte der Papstreise
- Datum: 8. bis 11. November 2026
- Stationen: Buenos Aires, Luján und Córdoba
- Besonderheit: Erste Papstreise seit 1987
- Möglicher Feiertag: Die Regierung erwägt, während der Besuchstage einen freien Tag zu gewähren
- Ehrung: Ein Homenaje an Papst Franziskus, den ersten lateinamerikanischen Papst der Geschichte, ist sehr wahrscheinlich
Sicherheit und Logistik: Ein Mega-Event
Erzbischof García Cuerva erklärte nach dem Treffen: „Die Sicherheit wird von der nationalen Regierung übernommen und mit den Provinzkräften koordiniert.“ Diese Ankündigung ist von großer Bedeutung, denn bei den geplanten Freiluftveranstaltungen werden bis zu einer Million Menschen pro Veranstaltung erwartet. Ein solches Ereignis erfordert einen massiven Einsatz von Sicherheitskräften – sowohl von der Bundespolizei als auch von den Provinzpolizeien und der Stadtpolizei von Buenos Aires.
Der Erzbischof verriet außerdem, dass Papst Leo XIV. möglicherweise das Cotolengo de Claypole besuchen wird, ein bekanntes Sozialwerk für Menschen mit Behinderungen in der Provinz Buenos Aires (Gemeinde Almirante Brown). Auch die berühmte Basílica de Luján, das wichtigste Marienheiligtum Argentiniens, steht auf dem Programm. Die zentralen Gottesdienste sind geplant am Monumento a los Españoles in Buenos Aires, an der Basílica de Luján und im Gelände der Fábrica Argentina de Aviones (FADEA) in Córdoba, einem bedeutenden Industriekomplex.
Eine Hommage an Papst Franziskus
Die argentinische Bischofskonferenz (CEA) kündigte an, dass Leo XIV. mit großer Wahrscheinlichkeit „eine Ehrung für Papst Franziskus“ vornehmen werde. Franziskus, der als Jorge Mario Bergoglio geboren wurde, war der erste Papst aus Lateinamerika und der erste aus dem Jesuitenorden. Er starb im Jahr 2025 in Rom. Seine Verbindung zu Argentinien ist tief – er war zuvor Erzbischof von Buenos Aires. Ein Besuch von Papst Leo XIV. in Argentinien ist daher auch eine symbolische Geste der Kontinuität und des Respekts.
Unterkunft und möglicher Feiertag
Der Papst wird während seines Aufenthalts in der Apostolischen Nuntiatur in Buenos Aires wohnen – ein typisches Vorgehen bei Papstreisen. Die übrige Delegation ist in einem angrenzenden Hotel untergebracht, um die Logistik zu erleichtern. Die Regierung erwägt zudem, für die Tage des Besuchs einen nationalen Feiertag zu erklären, damit möglichst viele Gläubige an den Veranstaltungen teilnehmen können. Eine Entscheidung dazu soll Anfang November fallen.
Nächste Schritte: Die Vorbereitung geht weiter
Am 30. August wird eine zweite Delegation aus dem Vatikan anreisen, um die Veranstaltungsorte zu besichtigen und die Planung zu verfeinern. Außerdem wurde eine Nationale Kommission zur Vorbereitung des Besuchs ins Leben gerufen, mit lokalen Teams in Buenos Aires, Córdoba und Luján. In den kommenden Wochen sollen auch Vertreter der Provinzregierungen von Buenos Aires und Córdoba in die Gespräche einbezogen werden.
Erzbischof García Cuerva fasste den Geist des Treffens treffend zusammen: „Es ist ein nationaler Besuch und eine erste Annäherung – aber die Haltung ist, absolut gemeinsam zu arbeiten.“ Die Vorfreude in Argentinien ist bereits jetzt deutlich spürbar.