Die Chefin des libertären Senatsblocks forderte 'mehr Tempo bei den Ergebnissen', damit der Wandel im Alltag spürbar wird. Die Botschaft, von Milei retweetet, wurde Minuten später korrigiert, um den Ton abzumildern – mitten in der internen Debatte der Regierungspartei.

In einem neuen Kapitel des internen Machtkampfs bei La Libertad Avanza (LLA) hat die Senatorin Patricia Bullrich öffentlich Distanz zum Wirtschaftskurs der Regierung markiert, indem sie forderte, dass die Ergebnisse des Modells endlich bei den Bürgern ankommen. Der Vorfall vom 19. August 2026 offenbart die Spannungen im Regierungslager, nur wenige Stunden bevor Präsident Javier Milei beim Council of the Americas sprechen soll.

Die Botschaft, die für Unruhe sorgte

Auf ihrem X-Konto schrieb Bullrich: „Der Kurs ist richtig. Was wir brauchen, ist mehr Tempo bei den Ergebnissen, damit der Wandel im Alltag spürbar wird.“ Der ursprüngliche Text enthielt einen direkteren Satz: „Dass es bei den Familien ankommt. Dass es bei den Unternehmen ankommt. Dass es bei jedem Argentinier ankommt“, der Minuten später entfernt wurde.

Die korrigierte Fassung ergänzte: „Es ist nicht einfach, aber es ist die Anstrengung, um ein normales Land mit Zukunft aufzubauen.“ In der Casa Rosada versicherte man jedoch, die Botschaft sei „abgestimmt“ gewesen und spiegele das wider, was Regierungsvertreter wie Kabinettschef Diego Santilli und BCRA-Präsident Santiago Bausili bereits gesagt hätten.

Wirtschaftlicher und politischer Kontext

Bullrichs Kritik kommt in einem Umfeld mit Risikoaufschlag über 500 Basispunkten, wieder steigender Monatsinflation und einer Wirtschaft, die Anzeichen einer Abkühlung zeigt. Laut offiziellen Daten erreichte die Zahlungsverzugsquote privater Haushalte im Juni 12,7 %; über 20 Millionen Menschen sind verschuldet.

Zudem hatte Bullrich zuvor das von Federico Sturzenegger vorangetriebene Unternehmensgesetz gekürzt und das Eigentumsrechtsgesetz infrage gestellt – weitere Differenzen mit dem harten Kern der Regierung.

Reaktionen und nächste Schritte

Milei retweetete die ursprüngliche Botschaft, doch die spätere Korrektur blieb nicht unbemerkt. Der Präsident, der diese Woche Journalisten scharf kritisierte, die auf wirtschaftliche Schwierigkeiten hinweisen, muss nun beim Council of the Americas und bei der Börse in Rosario – wo er am 21. August sprechen wird – erneut Führungsstärke beweisen.

Auch Vizepräsidentin Victoria Villarruel äußerte Besorgnis über fehlende Arbeitsplätze und die Unmöglichkeit, bis zum Monatsende über die Runden zu kommen – eine weitere kritische Stimme im offiziellen Lager.

Der Vorfall zeigt, dass der interne Konflikt bei LLA weiter schwelt und die Alltagsökonomie zum wichtigsten politischen Schlachtfeld im Hinblick auf 2027 wird. (Quelle: imago.com.ar – Weitere Informationen)