13/06/2026 15:21 - Actualidad
Edificio de tribunal o juzgado con escalinata de entrada, columnas clásicas, iluminación dramática, ambiente serio que representa el sistema judicial
Die Verhaftung von Federico Hernán Pez, 52 Jahre, deckte eine lange Reihe von Anzeigen auf gegen den Mann, der als Direktor für territoriale Informationen bei der Stadtverwaltung von La Plata arbeitete.
La Plata ist die Hauptstadt der Provinz Buenos Aires (nicht zu verwechseln mit der Stadt Buenos Aires, der Bundeshauptstadt). Mit etwa 800.000 Einwohnern ist sie ein wichtiges Verwaltungs- und Bildungszentrum Argentiniens. Die UFI (Unidad Fiscal de Instrucción) ist eine argentinische Staatsanwaltschaftseinheit, die für die Untersuchung von Strafsachen zuständig ist.
Laut offiziellen Dokumenten meldete die Ex-Partnerin des Beamten am 9. Juni 2026, dass sie während eines Streits in einer Wohnung in La Plata (51 zwischen 28 und 29) geschlagen wurde. Nach einem Notruf bei der 911 (der argentinischen Notrufnummer) erschien die Polizei und nahm den Mann fest.
Das Opfer hatte sichtbare Verletzungen an einem Auge und wurde in einer Krankenhaus-Notaufnahme behandelt. Das Garantien-Gericht Nr. 4 unter Richter Juan Pablo Masi, wandelte die vorläufige Festnahme in reguläre Untersuchungshaft um. Er begründete dies mit ausreichenden Beweisen für eine Anklage wegen leichter Körperverletzung im Kontext geschlechtsspezifischer Gewalt in Tateinheit mit sexuellem Missbrauch mit Beischlaf.
Was zunächst wie ein Einzelfall wirkte, entwickelte sich zu einer viel komplexeren Untersuchung. Ein Bericht des Ministeriums für Frauen und Diversität der Provinz Buenos Aires, der an die UFI Nr. 13 gesendet wurde, enthüllte, dass Pez mindestens 15 Strafverfahren und über 10 Akten im Familienrecht anhäuft, die folgende Delikte betreffen:
| Deliktsbereich | Beschreibung |
|---|---|
| Genderbasierte Gewalt | Gewalt gegen Frauen aufgrund ihres Geschlechts |
| Bedrohungen | Drohungen gegen Personen |
| Leichte Körperverletzung | Körperliche Schäden |
| Sexueller Missbrauch | Sexuelle Übergriffe |
| Sachbeschädigung | Beschädigung von Eigentum |
| Hausfriedensbruch | Unbefugtes Betreten von Wohnungen |
| Todesursachenfeststellung | Ermittlungen zu Todesfällen |
Die Provinzbehörde äußerte „tiefe Besorgnis" über das festgestellte Risikoniveau und verwies auf ein mutmaßliches systematisches Gewaltmuster aus geschlechtsspezifischen Gründen, das im Laufe der Jahre mehrere Opfer betroffen haben könnte.
Festgenommener: Federico Hernán Pez
Alter: 52 Jahre
Position: Direktor für territoriale Informationen
Behörde: Kabinett der Stadtleitung von La Plata
Richter: Juan Pablo Masi (Garantien Nr. 4)
Staatsanwaltschaft: UFI Nr. 13 (Mariana Ruffino)
Status: In Untersuchungshaft ohne Kaution
Die Stadtverwaltung von La Plata verfügte nach Bekanntwerden der Verhaftung seine sofortige Entlassung aus dem Amt.
Unter den Anzeigen ist besonders eine aus dem Jahr 2021 hervorzuheben, als eine Angestellte, die in seinem Bereich arbeitete, ihn wegen Arbeitsplatz- und sexueller Belästigung anzeigte. Der Schilderung zufolge habe der Beamte in einem Fall ein Kondom auf einem Schreibtisch hinterlassen und dabei seine Vorgesetztenposition genutzt, um Druck auf die Mitarbeiterin auszuüben.
Außerdem wurde bekannt, dass mindestens drei junge Frauen im Alter von 22 bis 23 Jahren Belästigungssituationen meldeten, während sie in der Agentur für territoriale Informationen arbeiteten. Ihren Aussagen zufolge nutzte Pez seine Autoritätsposition für Annäherungen und übte Macht über befristete Angestellte aus.
Der Anwalt Axel Daniel Hurtado, Vertreter einer der Anzeigenden, betonte, dass es weitere Opfer gibt, und hob die Notwendigkeit hervor, Schutz- und Sicherheitsmaßnahmen für die Frauen beizubehalten, die vor Gericht aussagten.
Das Kabinett für Straftaten gegen die sexuelle Integrität beteiligte sich an der Untersuchung. Das Ministerium für Frauen der Provinz Buenos Aires schaltete sich von Amts wegen über die Abteilung für kritische Fälle ein.
Die Behörde beantragte ausdrücklich, jedes Gesuch um Freiheitsentlassung abzulehnen, da ein hohes Wiederholungsrisiko bestehe und die Anzeigenden geschützt werden müssten.
Pez entschied sich während seiner Befragung für ein Schweigen und bleibt in Untersuchungshaft. Der Richter lehnte den von seiner Verteidigung beantragten Antrag auf Kaution ab.
Dieser Fall zeigt, dass das argentinische Justizsystem zunehmend sensibel auf Fälle geschlechtsspezifischer Gewalt reagiert. Die Koordination zwischen Justizbehörden und dem Ministerium für Frauen ermöglichte eine umfassende Untersuchung, die zur Festnahme führte. Die sofortige Reaktion der Stadtverwaltung, den Beamten zu entlassen, demonstriert eine klare Nulltoleranz-Politik gegenüber solchen Verhalten im öffentlichen Dienst.
Für Betroffene häuslicher Gewalt in Deutschland: Die Telefonseelsorge (0800 111 0 111) und das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen" (116 016) sind rund um die Uhr erreichbar und bieten kostenlose Unterstützung.
Alfredo S. Quiroga
Conspiraciones